Unter dem Motto "Alles muss raus!" hatte um 6.00 Uhr morgens der Ausverkauf des Traditionsunternehmens begonnen. Nach Angaben des Sprechers des Insolvenzverwalters gab es alleine bis 12.00 Uhr 19'200 Bestellungen. Mehr als 660'000 Menschen hätten in dieser Zeit die Homepage besucht.

"Deutschlands grösster Ausverkauf" ist auf mehrere Wochen angelegt. Rund 18 Millionen Artikel muss Quelle in den kommenden Wochen veräussern, um so die Konkursmasse zu erhöhen. Auf das gesamte Sortiment des Herbst- und Winterkatalogs gibt es nach Angaben des Unternehmens Preisnachlässe zwischen 10 und 30 Prozent.

Mit dem Start zur Räumung der Warenlager via Internet läutete die Insolvenzverwaltung am frühen Sonntagmorgen die Endphase in der 82-jährigen Geschichte des einstmals grössten europäischen Versandhändlers ein.

Der Ausverkauf bei Quelle wird mit einer Rumpfmannschaft von 4300 Mitarbeitern über die Bühne gebracht. Wenn in vier bis sechs Wochen die Lagerregale restlos geleert sind, ist auch ihre Zeit bei Quelle vorbei.

Am Freitag hatten bereits gut 2100 Beschäftigte ihren letzte Arbeitstag bei dem Traditionsunternehmen. Sie wurden zum Monatsende arbeitslos. Die Bundesagentur für Arbeit hat im Nürnberger Vertriebszentrum eigens ein Büro für die Betroffenen eingerichtet.

Quelle wurde 1927 von Gustav Schickedanz im bayerischen Fürth als Warenversand "direkt von der Quelle" gegründet. 1998 fusionierte Quelle mit der Karstadt AG zu KarstadtQuelle, der späteren Arcandor. Mit dem Zusammenbruch des Mutterkonzerns meldete auch Quelle im Juni 2009 Insolvenz an. Die ursprünglichen Pläne für eine Transfergesellschaft scheiterten zuletzt am Geldmangel.