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Qualität der Beschäftigung in vielen Bereichen verbessert

"Die Qualität der Beschäftigung in der Schweiz 2008-2018" hat sich gemäss einer neuen Publikation des Bundesamts für Statistik leicht verbessert. Unter anderem ging die Schere zwischen Frauen- und Männerlöhnen zu - aber nur ein kleines bisschen. (Symbolbild)

"Die Qualität der Beschäftigung in der Schweiz 2008-2018" hat sich gemäss einer neuen Publikation des Bundesamts für Statistik leicht verbessert. Unter anderem ging die Schere zwischen Frauen- und Männerlöhnen zu - aber nur ein kleines bisschen. (Symbolbild)

Die Qualität der Beschäftigung in der Schweiz hat sich zwischen 2008 und 2018 in vielen Bereichen verbessert: Es gibt weniger Arbeitsunfälle, die Qualifikation der Arbeitnehmenden verbessert sich, die Arbeitszeit geht zurück und Frauen werden weniger benachteiligt.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat In seiner neuesten Publikation zum Thema eine Vielzahl von Statistiken zusammengefasst. Daraus ergibt sich ein kontrastreiches Bild, das nicht immer kohärent erscheint. So haben heute beispielsweise mehr Arbeitnehmende grosse Angst vor Arbeitsverlust als vor zehn Jahren; gleichzeitig ist im selben Zeitraum der Anteil derjenigen gestiegen, welche sich darum gar keine Sorgen machen.

2007 hatten 12,5 Prozent der Arbeitenden in der Schweiz ziemlich bis sehr grosse Angst vor Arbeitsverlust, 2017 waren es 2,6 Prozentpunkte mehr. Gar keine Angst hatten 42,9 Prozent im Jahr 2007, zehn Jahre später war dieses Segment sogar 0,9 Prozentpunkte grösser.

Stellensuche etwas einfacher

Konziser ist der Befund, wenn es um die Schwierigkeit geht, bei Stellenverlust eine gleichwertige Stelle wiederzufinden: Es zeigt sich klar, dass die Sicherheit der Arbeitenden zugenommen hat.

2007 fanden 60 Prozent, eine entsprechende Stelle sei eher bis sehr schwierig zu finden, 40 Prozent hielten das für ziemlich bis sehr einfach. 2017 fanden es nur noch 54,6 Prozent eher bis sehr schwer, während 45,4 Prozent die Suche für ziemlich bis sehr einfach hielten.

Frauenlöhne etwas gerechter

Frauen sind beim Lohn immer noch stark benachteiligt: Im Jahr 2016 belief sich der standardisierte monatliche Bruttomedianlohn der Männer auf 6830 Franken und derjenige der Frauen auf 6011 Franken. Nur 55 Prozent der Differenz lässt sich gemäss BFS schlüssig begründen. Immerhin stieg in den acht Jahren davor der Bruttomedianlohn der Frauen stärker an als derjenige der Männer: um 11,7 Prozent gegenüber 5,9 Prozent.

Allerdings sind Frauen doppelt so häufig von Tieflöhnen betroffen als Männer - auch wenn der Anteil dieser Frauen von 19,6 auf 17 Prozent leicht abgenommen hat. Fast drei Mal so viele Frauen wie Männer würden aber gern mehr arbeiten, sind also unterbeschäftigt.

Die flexibleren Arbeitszeiten - zwischen 2010 und 2018 stieg der Anteil der Arbeitenden mit flexiblen Arbeitszeiten von 40,9 auf 45,2 Prozent - kommen stärker den Männer zugute als den Frauen. Obwohl Frauen häufiger der Kinder wegen auf variable Zeiten angewiesen wären, profitieren nur 39,9 Prozent davon, während jeder zweite Mann flexible Arbeitszeiten geniesst.

Vollzeit ist kürzer, Teilzeit ist länger

Zwischen 2008 und 2016 nahm die wöchentliche Arbeitszeit um 28 Minuten ab. Allerdings nur für Vollzeitbeschäftigte. Teilzeitbeschäftigte arbeiteten 2016 pro Woche im Schnitt 35 Minuten länger als acht Jahre vorher. Das könnte mit Sparmassnahmen zusammenhängen: Häufig kürzen Arbeitgeber Pensen bei gleichbleibender Belastung.

Stress hat auch sonst zugenommen: 2012 waren gut 60 Prozent der Arbeitnehmer manchmal bis immer gestresst, 2017 waren es fast 6 Prozentpunkte mehr. Die Zahl derjenigen, welche bei der Arbeit selten bis nie gestresst sind, nahm im selben Zeitraum von über 40 auf 34 Prozent ab.

Immer mehr Chefs

Zu den wenigen sicheren Befunden der BFS-Publikation gehört die gestiegene Qualifikation der Arbeitnehmenden: Vor allem Berufe für Leute mit einem tertiären Abschluss - Fachhochschule oder Uni - nehmen zu.

Überproportional gewachsen ist dabei die Anzahl der Führungskräfte - von 6 auf 7,6 Prozent; 2018 gab es demnach ein Viertel mehr Chefs als 2008.

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