Die anderen drei Angeklagten sind Chinesen, sie sitzen auch seit vergangenem Sommer in Haft. Rio Tinto bestreitet die Vorwürfe. Beobachter sehen in dem Verfahren einen Test für den Umgang Chinas mit ausländischen Geschäftsleuten.

Zwei der Angeklagten wollten sich schuldig bekennen, Bestechungsgelder angenommen zu haben, sagte der Verteidiger, Tao Wuping, der Nachrichtenagentur Dow Jones. Dies könnte ihnen mehr als fünf Jahre Gefängnis einbringen, sagte Tao.

Zu dem auf drei Tage angesetzten Verfahren vor einem Gericht in Shanghai waren keine ausländischen Journalisten zugelassen. Es war unklar, wann das Urteil zu erwarten ist und ob es öffentlich gesprochen wird.

Im vergangenen Frühsommer waren die Chinesen damit gescheitert, ihren Anteil an Rio Tinto auszubauen. China bestreitet eine Verbindung zwischen beiden Vorfällen.

Der chinesische Staatskonzern Chinalco und Rio Tinto haben sich knapp ein Jahr nach der gescheiterten Milliardeninvestition der Chinesen geschäftlich wieder angenähert. Sie wollen gemeinsam eine riesige Eisenerzlagerstätte im westafrikanischen Guinea erschliessen.

Beide hätten eine nicht bindende Absichtserklärung zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens unterschrieben, teilte Rio Tinto am vergangenen Freitag in London mit. Die Kosten für das Projekt werden Presseberichten zufolge auf rund 12 Milliarden Dollar geschätzt.