"Wir wollen, dass Opel weiter existiert", sagte der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zu den Beschäftigten in Rüsselsheim. "Wir werden neu ringen müssen mit dem Ziel, die Arbeitsplätze zu erhalten."

Der GM-Verwaltungsrat hatte am Dienstagabend überraschend den Verkauf von Opel an Magna abgeblasen. Stattdessen will der einst grösste Autobauer der Welt seine deutsche Tochter selbst sanieren.

GM will wie Magna etwa 10'000 Arbeitsplätze streichen und droht offen mit Insolvenz, sollte die Belegschaft nicht zu Zugeständnissen bereit sein. Koch warnte GM davor, "Gewinnmaximierung zu betreiben, indem sie die deutschen Arbeitnehmer als Geisel nehmen".

Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz lehnte eine finanzielle Beteiligung der Mitarbeiter an der Sanierung ab. Das vom Mai stammende Konzept von GM sei nicht zukunftsweisend. "Dafür gibt es keinen einzigen Cent Arbeitnehmerbeiträge." Er warf dem GM-Management "Drohung, Erpressung, Einschüchterung" vor.

Auch die Gewerkschaft IG Metall kritisierte die Sanierungspläne der US-Mutter. Die in Aussicht gestellten drei Milliarden Euro reichten gerade aus, um Sozialpläne und Werksschliessungen zu finanzieren.

EU-Industriekommissar Günter Verheugen warnte die europäischen Länder mit Opel-Standorten vor einem Bieterwettbewerb. "Wenn jeder für sich mit Detroit verhandelt, werden sich die Amerikaner die besten Angebote aussuchen können", sagte Verheugen dem "Hamburger Abendblatt".