Sie haben Angst vor harten Einschnitten, nachdem GM am Dienstag nach monatelangem Poker den Verkauf von Opel an den Autozulieferer Magna und russische Investoren abgeblasen hat.

In Deutschland arbeiten mehr als 25'000 Menschen für Opel. General Motors drohte am Mittwoch offen mit einer Insolvenz der europäischen Tochter, falls keine Einigung über die Sparmassnahmen erreicht werde.

Über die Pläne des Mutterkonzerns ist bisher noch wenig bekannt. GM wolle rund 10'000 der insgesamt gut 50'000 Arbeitsplätze bei Opel in Europa streichen, sagte am Abend Vize-Präsident John Smith. Das wären in etwa genauso viele wie Magna abbauen wollte. In Deutschland sollten nach Plänen des österreichisch-kanadischen Autozulieferers dabei mehr als 4000 Stellen wegfallen.

Bei deutschen Politikern war der Entscheid von GM, auf den Verkauf von Opel an Magna zu verzichten, auf heftige Kritik gestossen. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte: "Das Verhalten von General Motors ist völlig inakzeptabel sowohl den Arbeitnehmern als auch Deutschland gegenüber".

Hingegen wurde der Beschluss in anderen europäischen Ländern mit Opel-Standorten wie Polen oder Grossbritannien positiv aufgenommen. Dort war wegen der Staatshilfen aus Berlin befürchtet worden, Magna könne die lokalen Standorte gegenüber den deutschen benachteiligen.

EU-Industriekommissar Günter Verheugen warnte die europäischen Länder unterdessen vor einem Bieterwettbewerb um den Erhalt von Standorten des Autoherstellers.

"Wenn jeder für sich mit Detroit verhandelt, werden sich die Amerikaner die besten Angebote aussuchen können", sagte er dem "Hamburger Abendblatt". Ob das die wirtschaftlich Tragfähigsten wären, stünde in den Sternen.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm kündigte für die nächsten Tage ein Gespräch der deutschen Regierung mit der US-Regierung an. Berlin sei enttäuscht und verwundert über das Vorgehen von GM. Nach Wilhelms Worten machte GM deutlich, dass der Konzern selbst die finanzielle Verantwortung für Opel tragen könne.