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Propellermaschinen fliegen von Buttwil nach Mallorca

Trotz dem generellen Flugverbot dürfen auf dem Kleinflughafen in Buttwil Propellermaschinen starten und landen. Die Nachfrage ist gross. Für die Mitglieder des Sumy-Konvois, die in Kiew feststecken, ist ein Charterflug allerdings kein Thema.

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Flugzeug Buttwil

Flugzeug Buttwil

Aargauer Zeitung

Andrea Weibel/Sebastian Hagenbuch

Es herrscht Hochbetrieb auf dem idyllischen Flugplatz oberhalb von Buttwil. «Dies hängt aber wohl nicht nur mit der Aschewolke zusammen, auch das herrliche Frühlingswetter trägt seinen Teil dazu bei», mutmasst Patrik Eichenberger von der in Buttwil stationierten Flugschule Eichenberger.

Seine Flugschule profitiert von den unzähligen ausgefallenen Flügen innerhalb Europas: «Wir haben zum Beispiel einen Auftrag erhalten, jemanden für 3200 Franken von den Ferien in Mallorca abzuholen», freut sich Patrik Eichenberger. Im Gegensatz zu den grossen Fluggesellschaften kann er mit seinen Propellermaschinen trotz dem über Grossteile des europäischen Luftraums verhängten Flugverbot weiterfliegen. «Wir operieren nicht in den gleichen Höhen wie ein Düsenjet», erklärt Eichenberger. Seine Flugzeuge erreichen höchstens 5000 Meter Flughöhe.

Auf der Bahn der Jumbojets

Ersetzen können Eichenbergers kleine Propellermaschinen die Düsenjets natürlich nicht. «Wir haben die Auflage, dass wir gewerbemässig nur bei schönem Wetter fliegen dürfen», gibt Eichenberger zu bedenken. Seine Flugzeuge haben zudem mit rund 1500 Kilometern eine eher geringe Reichweite.

Ein Erlebnis der besonderen Art sei es gewesen, als man in Kloten nach dem Flugverbot für die grossen Jets mit den Kleinflugzeugen jede Start- und Landepiste in Anspruch nehmen konnte. «Der Flughafen Zürich zeigte sich äusserst kooperativ und unbürokratisch.» Eichenberger selbst weilte zu jenem denkwürdigen Zeitpunkt leider im Militär.

Help Point Sumy: Fliegen oder nicht?

Sieben Mitglieder des Wohler Vereins Help Point Sumy sind derzeit noch im Ungewissen darüber, ob sie heute Nachmittag nach Hause fliegen können. «Gestern Morgen hiess es bei Malev Airlines noch, unser Rückflug sei kein Problem», so Fabian Hägler, Vereinsmitglied und Redaktor der AZ Freiamt. Doch schon gestern Abend teilte ihnen ihre Dolmetscherin mit, dass die Flughäfen in Budapest und der Schweiz noch immer gesperrt sind. Der Flughafen Kiew ist für Flüge nach Süden und Osten wieder geöffnet.

Die sieben Schweizer haben Hilfsgüter in die Ukraine transportiert und sich anschliessend die Sehenswürdigkeiten angeschaut. «Wenn wir nicht fliegen können, reisen wir eben per Zug zurück oder bleiben noch ein paar Tage hier», zeigt sich Hägler gelassen.

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