Der individuelle Vitamincocktail könnte in Form einer Nespresso-ähnlichen Kapsel konsumiert werden oder direkt im Essen, berichtet die «Schweiz am Sonntag».

Ziel ist nichts weniger als das längere und gesündere Leben. «Das Konzept mag nach Science-Fiction tönen, ist es aber nicht», sagt Serge Rizzi, leitender Forscher am Nestlé Institute of Health Sciences an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne, gegenüber der Zeitung. «Wir müssen einfach die richtige Technik dafür herstellen, und dafür investieren wir massiv viel Geld.»

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel wird auf 25 Milliarden Dollar geschätzt. Jean-Philippe Bertschy, Analyst bei der Bank Vontobel, sieht für das Projekt grosses Potenzial: «Die Idee, die Zufuhr von nötigen Vitaminen und anderen Nahrungsbestandteilen zu personalisieren, ist genial.» Zu Beginn werde die Forschung sehr viel kosten, sagt Bertschy. «Findet Nestlé aber eine Lösung, steht einer neuen Blockbuster-Geschichte à la Nespresso nichts im Weg. Denn es gibt heute keine vergleichbare Technologie.»

Nestlé-Chef Paul Bulcke weicht die Trennung zwischen Nahrungsmitteln und Medikamenten mit dem neuen Projekt weiter auf. Der Belgier sieht im Bereich Gesundheit und Ernährung ein grosses Wachstumspotenzial. Erst kürzlich wurde im Rahmen des Iron-Man-Projekts eine Zusammenarbeit mit der US-Firma Waters eingegangen, zur Erforschung von Vitaminen in Körperflüssigkeiten. Zudem kursiert im Markt das Gerücht, dass Nestlé den Bereich «medizinische Ernährung» des französischen Konzerns Danone für 3 Millionen Euro kaufen könnte.