Die Migros habe dieses Jahr 350 Mio. Fr. in tiefere Preise investiert. Das gesamte Sortiment sei im Durchschnitt um 3 Prozent billiger geworden. «Wir rechneten für dieses Jahr mit 1 Prozent Minusteuerung. Deshalb werden wir das budgetierte Wachstum von 1 Prozent kaum erreichen», sagte Bolliger in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche». Aktuell liege die Migros auf Vorjahresniveau.

Dass Konkurrentin Coop die Migros von der Spitzenposition im Schweizer Detailhandel verdrängen könnte, fürchtet Bolliger nicht: «Unser Hauptkonkurrent hat keine Chance, uns einzuholen.» Laut den Zahlen des Marktforschungsinstituts GfK liege die Migros mit 19,6 Mrd. Fr. Umsatz immer noch 3 Mrd. Fr. vor Coop.

Um die Migros zu überholen, müsste Coop ein Wachstum von 20 Prozent pro Jahr erreichen. «Das ist nicht möglich», sagte Bolliger.

Coop entwickle sich beim Marktanteil leicht besser als die Migros. «Laut unseren Studien gewinnen wir zwar mehr Kunden von Coop, als wir an ihn verlieren. Aber wir haben eine deutlich stärkere Abwanderung von Kunden zu den Harddiscountern als Coop», sagte Bolliger: Die Migros-Kunden seien preissensibler als die von Coop und deshalb weniger loyal.

Kein Weisser Ritter für Vögele

Stark wachsen wolle die Migros mit ihren Onlineshops LeShop und M-Electronics sowie den Wohnaccessoires-Läden Depot-Interio, sagte Bolliger. Auch die Zahl der Tankstellenshops Migrolino werde man von derzeit 160 auf über 200 erhöhen.

Zur Migros-Beteiligung an der Kleiderkette Charles Vögele in Höhe von 20,1 Prozent betonte Bolliger erneut, dass es sich um eine Finanzinvestment handle: «Mehr steckt nicht dahinter.»