Im kommenden Jahr steigen die Prämien in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Aargau um durchschnittlich 10,5 Prozent an (Vorjahr 4,7 Prozent). Mit diesem Anstieg liegt der Aargau über dem gesamtschweizerischen Mittel von 8,7 Prozent, er gehört aber auch nach dem Prämienaufschlag zu jenen Kantonen mit einer unterdurchschnittlichen Prämie, wie das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) mitteilt.

Diese beträgt für Erwachsene im kommenden Jahr 326.20 Franken (Gesamtschweiz 351.05 Franken). In der Grundversicherung variiert die Prämienbelastung für Erwachsene zwischen 266.50 und 380.00 Franken; junge Erwachsene bezahlen durchschnittlich 273.99 Franken; die Kinderprämie beträgt 77.60 Franken. Die Differenzen fallen dabei je nach Altersgruppe und Kasse unterschiedlich aus. Grosse Unterschiede sind im kommenden Jahr insbesondere bei Personen mit höherer Franchise zu beobachten.

Nachholbedarf bei der Reservebildung

Der überdurchschnittliche Prämienanstieg im Aargau ist laut DGS unter anderem darauf zurückzuführen, dass bei der Reservebildung der Krankenversicherer nach wie vor Nachholbedarf besteht. Ein Teil der Prämienerhöhung wird daher für die Aufstockung dieser gesetzlich vorgeschriebenen Reserven benötigt. Erfreulicherweise gehen die Versicherer im kommenden Jahr von einer unterdurchschnittlichen Kostensteigerung im Gesundheitswesen im Kanton Aargau aus.

Sparen durch Eigenverantwortung

Die Möglichkeiten des Kantons, den Kostenanstieg in der Grundversicherung kurzfristig dämpfen zu können, sind vergleichsweise bescheiden. Regierungsrätin Susanne Hochuli, Vorsteherin des DGS, erwartet von den Krankenversicherern jedoch, dass sie das Angebot an Hausarzt- und Managed-Care-Modellen weiter ausbauen und fördern und auf diese Weise einen sinnvollen Beitrag zur Kostendämpfung leisten. Denn mit alternativen Versicherungsmodellen - wo solche verfügbar sind - übernehmen die Versicherten mehr Eigenverantwortung und können dadurch Prämien sparen, ohne selber ein höheres finanzielles Risiko eingehen zu müssen.