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Post weiht neues Briefzentrum ein

Per Knopfdruck symbolisch das Zentrum zum Betrieb freigegeben: Regierungsrat Christoph Bruntschin (l.) und Rolf Althaus, Leiter LZB Basel.

Post weiht neues Briefzentrum ein

Per Knopfdruck symbolisch das Zentrum zum Betrieb freigegeben: Regierungsrat Christoph Bruntschin (l.) und Rolf Althaus, Leiter LZB Basel.

Im Postgebäude beim Basler Bahnhof SBB hat die Post gestern das Logistikzentrum für die Briefverarbeitung offiziell eingeweiht.

Esther Jundt

Das moderne Zentrum beim Bahnhof SBB, das seit Anfang Februar in Betrieb ist, ersetzt das bisherige Briefzentrum Basel. Es ist Bestandteil der neuen Poststrategie, die schweizweit drei Briefzentren und acht Logistikzentren vorsieht. Diese Umstrukturierung ging nicht geräuschlos über die Bühne. Unter den Mitarbeitenden gab es Proteste, weil mit der Umstrukturierung Personal abgebaut wurde.
Basel als bisheriges Eingangstor für Briefe aus dem Ausland, wurde entschlackt. Regierungsrat Christoph Brutschin verschwieg an der Einweihungsfeier vor den Postverantwortlichen die anfängliche Verstimmung Basels nicht.

Höhen und Tiefen

Das neue Logistikzentrum in Basel habe Höhen und Tiefen erlebt. Nicht verstanden worden sei die Umwandlung von Poststellen in Agenturen und die Schliessung von 18 Briefzentren. Befürchtet wurde eine Schwächung des Standortes Basel, sagte Brutschin. Die Post sei aber für den Stadtkanton als Arbeitgeber, Dienstleistungsanbieter und Ausbildungsstätte von grosser Bedeutung. Der Wirtschaftsstandort sei zudem auf eine gute postalische Versorgung angewiesen, betonte der Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt.

In Verhandlungen zwischen der Post und dem Kanton sei nun eine gute Lösung gefunden worden. Die Post habe zwar abgespeckt, sie beschäftige aber heute gleich viele Mitarbeitende wie 2006. Von der ganzen Umstellung waren 8511 Angestellte betroffen. Laut Walter Knobel sind 39 Prozent der Arbeitnehmer ausgetreten, 33 Prozent erhielten eine Stelle in der neuen Briefverarbeitung, 13 Prozent wurden Post-intern umgeschult und 12 Prozent wurden pensioniert. Für weniger als ein Prozent sei bisher noch keine Lösung gefunden worden.

Von Härkingen nach Basel

Die neue Briefverarbeitung beansprucht ungefähr 7500 Quadratmeter Fläche, was der Grösse eines Fussballfeldes entspricht. Im Gegensatz zu anderen Standorten, wo Neubauten erstellt wurden, musste in Basel ein bestehendes Gebäude ausgebaut werden.
170 Mitarbeitende verarbeiten in zwei Schichten täglich 720 000 Briefe, 150 000 Zeitungen sowie Werbesendungen. Sie wurden im Briefzentrum Härkingen bereits vorsortiert. Dort werden täglich knapp sechs Millionen Sendungen verarbeitet.

In Basel werden die Briefe, Zeitungen und Werbeprospekte in zwei Anlagen weiter aufgeteilt. Dann gelangen sie in die Poststandorte in Basel und der weiteren Umgebung. Bedient werden alle Postämter mit den Postleitzahlen 40XX bis 44XX. Erst jetzt kommt die Ware in die Hände der Briefträger, die sie schliesslich in die Haushalte verteilen.

Die Schweizer Post teilte die Schweiz für die Briefverarbeitung in drei Einzugsgebiete ein, nämlich in Ost, West und Mitte. Nach Angaben von Rolf Althaus gehört Basel zur Briefverarbeitung der Region Mitte, die sich von Basel über den Kanton Aargau, den Grossraum Bern, die Zentralschweiz bis hinunter ins Tessin erstreckt.
Die Post investierte in die Modernisierung der Briefverarbeitung rund eine Milliarde Franken. Sie erwartet ab 2011 jährliche Einsparungen in der Höhe von 170 Millionen Franken.

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