Jörg Baumann

Die Schweizerische Post muss ihre Betriebsläufe rationalisieren. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres erzielte die Post einen überraschend guten Konzerngewinn von 553 Millionen Franken, der 11,5 Prozent über der Vorjahresperiode 2008 lag. Aber der Mengenrückgang bei den Briefen hielt unvermindert an. Die Post transportierte in den ersten neun Monaten 4,9 Prozent weniger adressierte Briefe. Grund: Statt einen Brief zu schreiben, versendet der Durchschnittsschweizer vermehrt E-Mails und SMS.

Zustellregion wird grösser

Die Rationalisierung bei der Post macht vor dem Freiamt nicht Halt. Wegen Platzmangel muss die Poststelle Boswil auf Räume im Bahnhof Boswil-Bünzen zurückgreifen. Die Zustellbereiche von Bünzen und Besenbüren werden neu der Post Boswil zugeteilt. «Kleinere Zustellregionen werden vermehrt zusammengefasst», teilt Roland Sidler mit, der für die Zustellregion Lenzburg verantwortlich zeichnet. Dieser Region ist auch die Post Boswil unterstellt.

Sidler betont aber, dass damit die Existenz der Poststellen Boswil und Bünzen nicht infrage gestellt werde. Der Umbau der Bahnhofschalterhalle in einen Verteilerraum und des Lagerraumes in eine Einstellhalle für Velos und Mopeds erlaube es aber, die notwendigen Lokalitäten sicherzustellen.
Baugesuch liegt auf

Für die Umnutzung der Schalterhalle und des Lagerraums im Bahnhof haben die SBB in Boswil ein Baugesuch eingereicht. Die Bundesbahnen schrieben die Lokalitäten öffentlich zur Vermietung aus. Die Post habe das beste Angebot eingereicht, sagt SBB-Mediensprecher Roman Marti.