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Post kauft Basler Distriba AG und reorganisiert Zustellung

Bei der Post-Konzerngesellschaft Direct Mail Company AG drohen fast 3400 Mitarbeitenden im Zustellbereich Arbeitszeitreduktionen und damit Lohnkürzungen.

Bei der Post-Konzerngesellschaft Direct Mail Company AG drohen fast 3400 Mitarbeitenden im Zustellbereich Arbeitszeitreduktionen und damit Lohnkürzungen.

Die Post kauft die Basler Distriba AG. Anpassungen bei der Zustellung könnten bei der Post-Konzerngesellschaft Direct Mail Company AG (DMC) dazu führen, dass rund 25 Mitarbeitende ihre Stelle verlieren, über 3000 Mitarbeitenden droht eine Arbeitszeitreduktion.

Die schweizweite Zustellung von unadressierten Werbesendungen gehöre zum Kerngeschäft der DMC, teilte die Post am Montag mit. Um sich im seit Jahren rückläufigen Werbemarkt besser positionieren und Synergien nutzen zu können, habe die Post die Basler Firma Distriba AG erworben und Ende Juni in die DMC integriert.

Die DMC habe in einem ersten Schritt die sechs festangestellten Mitarbeitenden der ehemaligen Distriba AG sowie rund 150 Zustellerinnen und Zusteller zu den bisherigen Anstellungsbedingungen übernommen.

In einem zweiten Schritt sollen die Zustelltouren angepasst werden, Prozesse optimiert und Synergien genutzt werden. Als Folge der Situation im klassischen Werbemarkt nehme die Nachfrage nach einem zweiten Zustellfenster pro Woche ab und dies bei anhaltendem Kostendruck.

Die DMC habe deshalb ihre Prozesse in der Zustellung analysiert und beabsichtige, diese anzupassen. Ab Anfang 2020 soll nur noch einmal pro Woche an zwei aufeinander folgenden Tagen zugestellt werden. Heute gebe es mit Montag/Dienstag und Mittwoch/Donnerstag zwei Zustellfenster für unadressierte Werbesendungen.

Fast 3400 Zustellende betroffen

Die DMC beschäftigt schweizweit rund 4500 Mitarbeitende, davon sind rund 4430 mit Teilzeitpensen in der Zustellung tätig. Würde von aktuell zwei auf ein Zustellfenster pro Woche reduziert, beträfe dies rund 3370 Mitarbeitende, wie die Post weiter schreibt. Dies hätte Anpassungen in den Arbeitsverträgen zur Folge.

Die Reduktion auf ein Zustellfenster pro Woche hätte laut der Post Auswirkungen auf die Mitarbeitenden der DMC am Standort Niederbipp BE, wo die Sendungen aufbereitet werden. Die Produktion müsste dort auf Einschichtbetrieb umgestellt werden und rund 25 Mitarbeitende in der Produktion und in der Administration würden ihre Stelle verlieren.

Ein Sozialplan soll die Auswirkungen der geplanten Veränderungen mit auffangen helfen. Die DMC werde ausserdem noch in diesem Jahr Gespräche mit der Gewerkschaft Syndicom und dem Personalverband Transfair für einen Gesamtarbeitsvertrag Drucksachen aufnehmen.

Syndicom fordert grosszügigen Sozialplan

Die Gewerkschaft Syndicom fordert einen grosszügigen Sozialplan für die betroffenen Zustellerinnen und Zusteller. Die Reduktion der Zustelltage ab 2020 werde zu einer Arbeitszeitreduktion und damit auch zu einer Lohnkürzung führen.

Die sinkende Nachfrage im klassischen Werbemarkt sei keine neue Entwicklung und es sei davon auszugehen, dass sie sich fortsetze. Syndicom fordert deshalb einen Gesamtarbeitsvertrag für die gesamte Branche, der abfedernde Massnahmen bei Restrukturierungen beinhalte und den Mitarbeitenden in der Branche Sicherheit biete.

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