Polit-Engagement
Obwohl das Abheben teurer wird: Schuhfirma von Vielflieger Roger Federer wirbt für Ja zum CO2-Gesetz

Der Rekordspieler ist zurück auf der Tennis-Tour und fliegt wieder durch die Welt. Solche Reisen würden teurer, wenn die Schweiz am Sonntag die CO2-Vorlage annimmt. Das hält die Schuhfirma On, an der Federer beteiligt ist, nicht davon ab, sich klar zu positionieren.

Benjamin Weinmann und Florence Vuichard
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Werbeclip: Roger Federer ist Botschafter der Privatjet-Firma Netjets.

Werbeclip: Roger Federer ist Botschafter der Privatjet-Firma Netjets.

Youtube, Screenshot

Von Paris, über New York, London bis hin nach Melbourne: Roger Federer ist berufshalber ein Jetsetter. Auf der ganzen Welt finden die ATP-Tennisturniere statt, von denen die ehemalige Nummer 1 schon so viele gewonnen hat. Entsprechend hat er einige Flugmeilen auf seinem Buckel.

Fliegen, insbesondere mit Privatjets, soll nun wegen des Kampfs gegen die Klimaerwärmung teurer werden. So will es zumindest das neue CO2-Gesetz, über welches die Schweizer Stimmbevölkerung diesen Sonntag abstimmt. Gut möglich, dass Federer mit Ja stimmt. Dies lässt zumindest eine Botschaft der Schuhfirma On vermuten, an der sich der Tennis-Star 2019 stark beteiligt hat.

«Helfe, unseren Garten zu beschützen»

Denn On hat sich Anfang Woche - also kurz vor Einsendeschluss - auf der Social-Media-Plattform LinkedIn für ein Ja zum CO2-Gesetz ausgesprochen. Die Klimaerwärmung sei eine der grössten Herausforderungen dieser Generation, schreibt die Firma. «Helfe, unseren Garten zu beschützen und stimme ab.»

So wirbt Roger Federer für die Privatjet-Firma Netjets.

Youtube

Fragt sich, was die Netjets davon hält. Die grösste europäische Geschäftsfluggesellschaft hatte vor einigen Jahren ihren treuen Passagier Roger Federer als Werbebotschafter engagiert. In einem PR-Clip lobt der Tennis-Star die Privatjet-Firma: «Ich bin noch immer auf der Tour auch dank Netjets, weil sie mein Leben auf der Tour so viel einfacher gemacht hat.» Und auf der Webseite buhlt die Firma mit Hilfe des Sportlers um neue Partner: «Als NetJets-Eigentümer eröffnet sich Ihnen eine ganze Welt an besonderen Veranstaltungen und Vorteilen. Ein Dinner mit Roger Federer. (...) Ein privates Konzert mit Madonna.»

VIP-Flüge würden teurer

Helene Niedhart, Chefin und Gründerin von CAT Aviation.

Helene Niedhart, Chefin und Gründerin von CAT Aviation.

Zvg / Aargauer Zeitung

Doch Privatjetfirmen würden mit dem neuen CO2-Gesetz stärker zur Kasse gebeten. So sagte kürzlich Helene Niedhart, Chefin der Schweizer Privajet-Anbieters CAT Aviation, im Interview mit dieser Zeitung: «Ich finde die Umsetzung dieses Gesetzes für die Luftfahrt nicht optimal, denn es ist nicht international abgestimmt.» Sie glaube auch nicht, dass es weniger Businessjet-Flüge geben werde, auch wenn sie 500 bis 3000 Franken teurer werden pro Abflug. «Denn unsere Passagiere fliegen nicht aus Vergnügen, sondern aus Notwendigkeit.»