Steuerstreit

Plüschtier-Milliardär Ty Warner muss nicht ins Gefängnis

Der US-Milliardär Ty Warner

Der US-Milliardär Ty Warner

Der Erfinder der bunten Plüschtiere «Beanie Babies» und Ex-UBS-Kunde Ty Warner entkommt einer Gefängnisstrafe, muss aber nebst der bereits bezahlten Millionenstrafe gemeinnützige Arbeit verrichten.

Der Milliardär war wegen Steuerbetrugs über ein Schweizer Bankkonto in den USA angeklagt worden. "Der Gesellschaft ist besser gedient, wenn ihm erlaubt wird, seine gute Arbeit fortzusetzen", sagte Richter Charles Kocoras am Dienstag in Chicago.

Damit ging Kocoras auf das Anliegen von Warner ein, statt Gefängnis, gemeinnützige Arbeit verrichten zu dürfen. Der 69-Jährige wird nun 500 Stunden in verschiedenen Schulen in Chicago arbeiten, meldeten verschiedene US-Medien.

Ty Warner ist wegen Steuerbetrugs von mindestens 25 Mio. Dollar schuldig gesprochen worden. Dafür hätten ihm im schlechtesten Fall fünf Jahre Gefängnis gedroht. Anklägerin Michelle Petersen forderte mindestens ein Jahr hinter Gittern.

Ohne Gefängnisstrafe werde Steuerbetrug nur ein wenig schlimmer als schlechte Investments, sagte sie dem Richter. Es könne nicht die Absicht sein, dass ein reicher Straftäter einfach einen Check ausfüllen und so weitere Strafen verhindern kann.

Immerhin: Der Check, den Warner auszufüllen hatte, war 53 Mio. Dollar schwer. Das war die Busse, die ihm im vergangenen Herbst aufgebrummt wurde. Hinzu kommen weitere 27 Mio. Dollar an Steuerschulden und Zinsen. Er dürfte es verschmerzen können. Forbes schätzt das Vermögen von Ty Warner auf rund 2,6 Mrd. Dollar.

Ohnehin hatte der Plüschtier-König Glück. Bei der Fahndung nach weiteren versteckten Geldern ging den Behörden ein anderer Geschäftsmann ins Netz. Dieser erhielt im gleichen Gerichtsgebäude von einem anderen Richter eine Gefängnisstrafe von einem Jahr - für das Verstecken von weniger als 3 Mio. Dollar.

Gut versteckt in der Schweiz

Nach Angaben der US-Börden verfügte Warner seit 1996 über ein geheimes Bankkonto bei der UBS in der Schweiz. 2002, als die US-Behörden die UBS genauer unter die Lupe genommen hatten, habe er sein Guthaben zur Zürcher Kantonalbank (ZKB) verschoben. Damals habe es einen Wert von über 93,6 Mio. Dollar gehabt.

Mindestens elf Jahre lang soll er die Steuerformulare falsch ausgefüllt haben und damit Millionen am US-Fiskus vorbeigeschleust haben.

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