Holzmarkt

Pleitegeier kreist über Grosssägerei im Bündner Rheintal

Bllick auf die Grosssägerei in Domat/Ems

Bllick auf die Grosssägerei in Domat/Ems

Die grösste Sägerei der Schweiz im Bündner Rheintal steht vor dem Aus. Die österreichischen Besitzer bereiten den Konkursantrag vor. Wird die Pleite des Betriebs nicht abgewendet, wäre es das zweite Werk, das der Mayr-Melnhof-Konzern in der Schweiz schliesst.

Wie Mayr-Melnhof am Mittwoch mitteilte, entschied der Verwaltungsrat, bis Anfang nächster Woche eine revidierte Bilanz und den Konkursantrag der Sägerei in Domat/Ems vorzubereiten. Wird das Unternehmen dicht gemacht, verlieren 130 Angestellte ihren Job.

Das Bündner Parlament hatte am Dienstag den Kantonsbeitrag von 6,75 Millionen Franken an ein Pelletswerk zur Neuausrichtung der Sägerei mit 59 zu 57 Stimmen verworfen. Mayr-Melnhof prüft nach eigenen Angaben noch eine alternative Finanzierung anstelle der verworfenen kantonalen Finanzspritze.

Bereits eine Kartonfabrik geschlossen

Die angeschlagene Grosssägerei ist Teil der Mayr-Melnhof Holz Gruppe, die mehrheitlich Franz Mayr-Melnhof Saurau gehört, dem grössten privaten Forstbesitzer Österreichs. Mayr-Melnhof ist gleichzeitig ein grosser Kartonhersteller.

In der Schweiz hatte die Gruppe im April dieses Jahres mit der Schliessung der Kartonfabrik im bernischen Deisswil für Schlagzeilen gesorgt. Über 250 Angestellte verloren ihre Arbeit.

Volkswirtschaftsminister hat noch Hoffnung

Die Ankündigung der Grosssägerei-Besitzer, den Betrieb in Domat/Ems allenfalls zu schliessen, ist für den Bündner Volkswirtschaftsdirektor Hansjörg Trachsel (BDP) am Mittwoch nicht mehr überraschend gekommen. Die Signale seien auf Konkurs gestanden, falls das Parlament den Kantonsbeitrag für das Pelletswerk ablehne.

"Hoffnung aber muss man so lange noch haben, bis der Konkurs eintrifft", sagte Trachsel der Nachrichtenagentur SDA. Er schloss nicht aus, dass sich noch private Geldgeber für die angeschlagene Sägerei engagieren könnten. Illusionen dürfe man sich jedoch nicht machen: "Die Zeit läuft", so der Regierungsrat.

Klar ist, dass die Standortgemeinde Domat/Ems dem Sägewerk finanziell nicht hilft. Das sei unmöglich, sagte Gemeindepräsidentin und SP-Grossrätin Beatrice Baselgia auf Anfrage.

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