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Platzt wegen Zuwanderungs-Initiative bald die Immobilien-Blase?

Das Überangebot an Büroflächen und Mietwohnungen droht in erster Linie in der Region Zürich und Genf.

Das Überangebot an Büroflächen und Mietwohnungen droht in erster Linie in der Region Zürich und Genf.

Überall in der Schweiz wird gebaut – mehr als eigentlich nötig wäre. Die starke Zuwanderung konnte dies bis jetzt abfedern. Mit der Umsetzung der SVP-Masseneinwanderungsinitiative könnte sich dies jedoch ändern. Es droht eine Immobilien-Blase.

Das Überangebot, das derzeit bei Büroflächen herrscht, könnte in einigen Monaten auch Mietwohnungen treffen. Tiefe Zinsen sorgten dafür, dass viel Kapital in diesen Markt fliesse und eine starke Flächenausweitung erfolge, schreiben die CS-Ökonomen im Immobilienmonitor für das zweite Quartal 2014.

Bisher habe die starke Zuwanderung ein Ungleichgewicht verhindert und auch die hohe Zahl bereits im Bau befindlicher Wohnungen nicht als Bedrohung erscheinen lassen. Doch mit der Umsetzung der Einwanderungsinitiative dürfte mittelfristig die Nachfrage nach Wohnraum nachlassen, heisst es in der Studie.

Laut CS wurden in den vergangenen zwölf Monaten 23'200 Mietwohnungen bewilligt, die nach ein bis zwei Jahren Bauzeit auf den Markt kommen werden. Weitere rund 30'000 Einheiten befänden sich gegenwärtig bereits im Bau. Damit drohe eine Schere zwischen Angebot und Nachfrage, die auch bei einem baldigen Rückgang der Bautätigkeit zu einem Anstieg der Leerstände führen werde.

Abkühlungstendenzen zeigen sich auch bei den Eigentumswohnungen: Hier stiegen im ersten Quartal 2014 die Transaktionspreise im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 2,3 Prozent an. Damit fiel das Preiswachstum erstmals seit Ende 2010 weniger stark aus, als bei Einfamilienhäusern (+2,4 Prozent). In beiden Segmenten ist der Zuwachs laut CS inzwischen signifikant tiefer als das durchschnittliche Wachstum seit 2000.

Regional gibt es grosse Unterschiede bei der Geschwindigkeit der Abkühlung. Am stärksten habe sich die Preisdynamik rund um den Genfer- und Zürichsee sowie in touristisch geprägten Regionen in Graubünden und im Wallis abgeschwächt, stellt die CS fest.

Laut CS zeigen die in den letzten Quartalen zu beobachtende Abschwächung des Hypothekarvolumens sowie des Preisanstiegs, dass Regulierungsmassnahmen wie die Regelung, dass mindestens 10 Prozent hartes Eigenkapital eingebracht werden muss, greifen. Die verschärften Finanzierungsregeln schränkten aber den Kreis potenzieller Käufer ein.

Im Büroflächenmarkt liegt laut CS entgegen der verbreiteten Wahrnehmung nicht alles im Argen. Ein Überangebot gebe es in erster Linie in Genf und Zürich. Abseits der grossen Büroflächenmärkte seien Angebot und Nachfrage relativ gut aufeinander abgestimmt. Als positive Beispiele werden St. Gallen und Luzern genannt.

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