Schuhmode

Philippe Gaydoul will Navyboot offenbar verkaufen

Philippe Gaydoul übernahm Nayvboot 2018, vor 10 Jahren. (Archiv)

Philippe Gaydoul übernahm Nayvboot 2018, vor 10 Jahren. (Archiv)

Denner-Erbe Philippe Gaydoul steht vor dem Verkauf von Navyboot. Wie Recherchen der «Schweiz am Wochenende» ergeben haben, soll die Schuhmarke bereits nächste Woche an einen neuen Eigner veräussert werden. Gemäss Insidern schrieb das Schuhunternehmen in den letzten Jahren immer wieder Verluste.

Der Geldabfluss hat offenbar zu Diskussionen innerhalb der Familie Gaydoul-Schweri geführt. So soll die Mutter von Philippe Gaydoul, Denise Gaydoul-Schweri, nicht mehr bereit sein, weiterhin die Verluste zu tragen. Die Tochter von Denner-Gründer Karl Schweri sitzt mit ihrem Sohn im Verwaltungsrat der Gaydoul Group. Eine Vertreterin der Familienholding, welche Navyboot besitzt, wollte sich auf Anfrage nicht dazu äussern. «Zu Gerüchten nehmen wir grundsätzlich keine Stellung», sagt Sprecherin Christine Maier.

Nach dem Verkauf des Discounters Denner an die Migros baute Philipp Gaydoul ein Portfolio mit Luxusmarken auf. Im Jahr 2008 übernahm er Navyboot von Bruno Bencivenga, der seinerseits mit seinem Bruder die Marke Benci Brothers aus der Taufe hob. 2009 folgte der Kauf des Schweizer Strumpfherstellers Fogal. 2010 griff Gaydoul beim Modelabel Jetset zu.

Mit seinen Luxusbrands wurde Gaydoul nie wirklich glücklich. Ende 2015 trennte er sich von Fogal. Jetzt soll der Verkauf von Navyboot anstehen. Von den Premiummarken würde somit nur noch die Marke Jetset aus St. Moritz übrig bleiben. Dieses hatte in den schrillen 1980ern seine Blütezeit.

Blick in einen Navyboot-Laden.

Blick in einen Navyboot-Laden.

Vermögen auf 1,25 Milliarden Franken geschätzt

Die Gaydoul Group wird sich in Zukunft vor allem auf das Immobilien-Geschäft und den Bereich Asset Management konzentrieren, in dem die liquiden Vermögenswerte der Familie wie Aktien und Anleihen verwaltet werden.

Zu den bekanntesten Immobilien zählte während Jahren das Franz-Carl-Weber-Haus an der Bahnhofstrasse in Zürich. 2016 verkaufte Gaydoul das Gebäude für schätzungsweise 260 Millionen Franken an den Versicherer Swiss Life. Sein Grossvater Karl Schweri erwarb das Haus im Jahr 1985. Die «Bilanz» schätzt das Vermögen der Familie Gaydoul-Schweri auf 1,25 Milliarden Franken.

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