Finanzmärkte

Pfund rutscht um fast 10 Prozent ab - vermutlich wegen eines Tippfehlers

Händler vermuten, dass ein falscher Tastendruck den Kurs-Sturz auslöste. (Symbolbild)

Händler vermuten, dass ein falscher Tastendruck den Kurs-Sturz auslöste. (Symbolbild)

Das britische Pfund ist in der Nacht auf Freitag kurzzeitig um fast zehn Prozent eingebrochen. Wenig später hatte die Währung den Verlust aber schon fast wieder wettgemacht. Händler vermuten, dass jemand mit einem falschen Tastendruck den Sturz auslöste.

"Das war eine noch grössere Bewegung als die, die wir nach dem Brexit-Votum gesehen haben", sagte ein Händler einer europäischen Bank in Tokio. Schliesslich notierte das Pfund nur noch rund 1,5 Prozent unter dem US-Schlussniveau.

Die japanische Wirtschaftszeitung «Nikkei» zitierte einen Händler mit den Worten, da habe wohl jemand mit einem «dicken Finger» auf seiner Computertastatur versehentlich eine grössere Verkaufsanweisung eingetippt als beabsichtigt.

Es kursierten daneben aber auch Spekulationen, wonach Chinesen angesichts der Schwäche des Pfunds die Währung abgestossen und dafür Dollar gekauft hätten. Andere wiederum machten für den Absturz fehlgesteuerte Computer-Algorithmen verantwortlich.

Was auch immer der Auslöser gewesen sein mag: Kauforder für das Pfund gehen angesichts der Sorge über die Auswirkungen des Brexit spürbar zurück.

Insgesamt steht die britische Währung seit Beginn der Woche wegen Spekulationen über einen «harten» Brexit mit Abstrichen beim Zugang Grossbritanniens zum Binnenmarkt der EU-Länder unter Druck. Diese Spekulationen wurden durch eine Rede der britischen Premierministerin Theresa May ausgelöst, in der sie einen harten Kurs bei der Einwanderungspolitik signalisierte.

Der Dollar erreichte derweil seinen höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten, nachdem Daten vom US-Arbeitsmarkt neue Spekulationen auf einen Zinsanhebung durch die Notenbank Fed anfachten. Der Franken wurde kaum verändert mit 0,9809 (0,9747) Franken je Dollar und 1,0923 (1,0925) Franken je Euro gehandelt.

Die Aktienmärkte in Fernost haben am Freitag insgesamt etwas nachgegeben, sich aber nicht weit von ihren im vergangenen Monat erreichten Höchstständen entfernt. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans verlor 0,3 Prozent. In Japan gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index am Vormittag 0,2 Prozent nach. Der breiter gefasste Topix-Index verlor etwa 0,3 Prozent.

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