In einem gemeinsamen Communiqué riefen die Internetaktivisten von Anonymous und LulzSec zu einem Boykott des Webdienstes Paypal auf: «Wir ermutigen euch alle dazu, euren PayPal-Account per sofort zu schliessen und auf eine Alternative umzusteigen.»

Die auf Twitter als #OpPayPal betitelte Aktion erfolgte aus Solidarität zur Whistleblower-Organisation Wikileaks. «PayPal hält Spendengelder für Wikileaks, einer Flamme der Wahrheit in diesen dunkeln Zeiten, weiterhin zurück.», heisst es in der Mitteilung.

Auf Druck der amerikanischen Regierung hatte der Online-Bezahlservice im Dezember 2010 Spenden an Wikileaks gestoppt und dabei auch bereits eingegangene Gelder zurückgehalten. Nach eigenen Angaben hätten sie diese aber schon damals an die für die Enthüllungswebsite verantwortliche Stiftung weitergeleitet.

«Wir fürchten uns nicht vor euch, und davor solltet ihr euch fürchten»

Der Boykott traf im Netz auf grossen Anklang: Den ganzen Tag durch meldeten auf Twitter viele Benutzer, dass sie ihren PayPal-Account gekündigt hätten. In einem Fazit von Twitter-User «AnonymousIRC» wird festgehalten, dass der attackierte Bezahlservice über 35‘000 Kunden verloren habe und der Aktienwert von Ebay - PayPal wurde 2002 von Ebay aufgekauft - um mehr als drei Prozent sank.

Der Erfolg der Aktion unterstreicht eine abschliessende Aussage im Communiqué der Internetaktivisten: «Anonymous wurde zu einem mächtigen Kanal für Informationen – und anders als die Regierungen dieser Welt sind wir hier, um für euch zu kämpfen. Immer.»