Der vergangene Freitag hatte gut begonnen. Der Basler Medienunternehmer Bernhard Burgener und sein Luzerner Financier Alexander Studhalter konnten im Rahmen eines Übernahmeangebots so viele Aktien kaufen, dass sie erstmals mehr als 50 Prozent der Aktien am Unterhaltungskonzern Constantin Medien hielten.

Der Tag endete für Burgener aber ungemütlich: Partner Studhalter wurde nach einer Befragung der Staatsanwaltschaft in Nizza in Untersuchungshaft genommen. Ihm wird wiederholt vorgeworfen, an einem grossen Steuerbetrugs- und Geldwäscherei-Fall des russischen Oligarchen Suleyman Kerimov beteiligt zu sein.

Die französischen Ermittler interessieren sich seit Jahren für Villen an der Côte d’Azur. Diese wurden über Firmen erworben, die dem Unternehmer und Treuhänder Studhalter gehören. Bereits im November wurde Kerimov in Untersuchungshaft genommen und gegen eine Kaution von 5 Millionen Euro freigelassen.

Mit der Festnahme erhöhen sie nun den Druck auf Studhalter. Dieser weist jeden Verdacht zurück. Sein Sprecher erklärt, an der Swiru Holding von Alexander Studhalter, unter dessen Dach die Immobiliengeschäfte getätigt wurden, sei Herr Kerimov weder beteiligt, noch sei er in die Aktivitäten der Gesellschaft involviert. Studhalter halte sich streng an Recht und Gesetz.

Mit gleicher Vehemenz verwahrt sich Studhalter gegen die Annahme, auch das Engagement bei Burgener sei mit Mitteln von Kerimov finanziert. Gegenüber dieser Zeitung reagierte er nach einem Bericht mit einer Richtigstellung. Der «Luzerner Zeitung» gab er zudem Einblick in die Steuererklärung, um seine Solvenz zu belegen.

Darlehen der Swiru Holding

Nach bisheriger Lesart investiert Studhalter bei einem steuerbaren Vermögen von 191 Millionen Franken über die Studhalter Investments AG (SIAG) insgesamt 84 Millionen Euro in Burgeners Kampf um die Constantin Medien. Ein genauer Blick in die Angebotsunterlagen zeigt, dass diese Darstellung ergänzungsbedürftig ist. Denn die SIAG bedient sich wiederum zweier Darlehen, die ihr von der Swiru Holding gewährt werden.

Ein erstes Darlehen über 84 Millionen Euro erfolgte am 10. November 2017 und hat eine Laufzeit von zwei Jahren bei einer 5-prozentigen Verzinsung. Am 30. November wurde ein zweites Darlehen mit gleichen Bedingungen über weitere 33,9 Millionen Euro bereitgestellt. Burgener erhält dadurch eine Finanzhilfe von knapp 118 Millionen Euro. Nach dieser Lesart gibt Studhalter 72 Prozent seines steuerbaren Vermögens als Sicherheit für ein einziges Investment.

Burgener mag sich nicht zu den Problemen seines Geschäftspartners äussern. Anwalt Martin Wagner erklärt: «Wir kommentieren interne Finanzangelegenheiten von Herrn Studhalter nicht.» Es gebe aber keinen Anlass, an der Herkunft der Gelder aus dessen Privatvermögen zu zweifeln. Studhalter habe dem Verwaltungsrat vor Lancierung des Übernahmeangebots mit einem Bericht einer renommierten Revisionsgesellschaft ein ausreichendes Privatvermögen nachgewiesen.