Handelsstreit

Parmesan-Hersteller warnen vor Trumps Strafzöllen

Mit Strafzöllen wird italienischer Parmesan in den USA zum exklusiven Nischenprodukt. (Archivbild)

Mit Strafzöllen wird italienischer Parmesan in den USA zum exklusiven Nischenprodukt. (Archivbild)

Parmesan-Hersteller in Italien fürchten die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle auf Waren aus der EU. «Trump kann Zölle erheben, die den Preis eines Produkts um 100 Prozent steigern würde», warnte der Präsident des nationalen Parmesan-Konsortiums.

Derzeit würden auf ein Kilogramm "Parmigiano Reggiano" 2,5 Dollar Zoll erhoben - dieser könnte auf 20 Dollar steigen, sagte Nicola Bertinelli der Zeitung "La Stampa" (Montag). "Das würde bedeuten, dass der Preis im Supermarktregal von heute 40 Dollar pro Kilo auf 60 steigen würde." Parmesan wäre dann ein exklusives Nischenprodukt.

Am Dienstag wird US-Aussenminister Mike Pompeo Italien besuchen. Das Zoll-Thema soll dabei auch zur Sprache kommen, da für Italien der Export seiner beliebten Lebensmittel wie Parmesan, Salami oder Schinken ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.

Grund für die Sorge ist der Fall des europäischen Flugzeugbauers Airbus, der illegale Staatshilfen in Milliardenhöhe erhalten hatte. Die USA erwägen daher Strafzölle, die nicht nur Produkte und Komponenten für die Luftfahrtindustrie betreffen könnten, sondern auch zahlreiche andere Waren wie Käsesorten, Olivenöl oder Orangen.

Falls Strafzölle verhängt würden, könnte der Absatz des italienischen Hartkäses auf dem US-Markt um 80 bis 90 Prozent einbrechen, sagte Bertinelli. "Aus den 10'000 Tonnen, die heute in den USA ankommen, könnten 2'000 werden. Ein unglaublicher Schaden für uns", sagte Bertinelli.

Auch die Bauern und Zulieferer würden darunter leiden. Hinzu kommt: Der Parmesan, der nicht mehr in den USA abgenommen würde, müsste andernorts verkauft werden. "Die Folge wäre ein Preisverfall für uns."

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