Nachhaltigkeit
Paradigmenwechsel bei McDonald's: Verschwinden die kultigen Plastik-Spielzeuge in der Schweiz bald?

In ausländischen Märkten verzichtet der Fast-Food-Riese zunehmend auf Gratis-Figuren aus Plastik. Hierzulande könnte diese Massnahme ebenfalls eingeführt werden.

Benjamin Weinmann
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Plastikfiguren wie jene der Computerspiel-Charaktere Mario (rechts) und Luigi gehören seit Jahren zu McDonald's «Happy Meal». Das könnte sich nun vermehrt ändern.

Plastikfiguren wie jene der Computerspiel-Charaktere Mario (rechts) und Luigi gehören seit Jahren zu McDonald's «Happy Meal». Das könnte sich nun vermehrt ändern.

Handout / Getty Images North America

Diese Nachricht dürfte für Nostalgiker aus dem «Happy Meal» ein «Sad Meal» machen – eine traurige statt eine glückliche Mahlzeit: Der Fast-Food-Riese McDonald’s verzichtet im Ausland zunehmend auf Gratis-Plastikspielzeug, das bisher in der Menü-Box für die Kleinen steckte.

Aktuell wirbt der US-Konzern in Frankreich in TV-Werbeclips für den Wandel. Neu können die jungen Gäste ein Malbuch, ein Lesebuch oder ein Spielzeug aus Karton zu ihrem Burger-Menü auswählen. Der Nachhaltigkeitswandel kommt allerdings nicht nur aus eigenem Antrieb. Ab 2022 dürfte McDonald’s per französischem Gesetz sowieso keine Plastik-Figuren mehr abgeben. Dieser Regelung kommt die Kette nun zuvor.

Spielzeuge mit hohem Liebhaberwert

Vor allem für Kinder der 80er- und 90er-Jahre sind die Plastik-Figuren Kult, vom «Hot Wheels»-Auto, über die Burger- und Pommes-frites-Transformer bis hin zum Hamburger-Räuber, dem «Hamburglar». Doch auch in den vergangenen Jahren waren Figuren aus Disney-Klassikern oder aus Filmen wie «Minions» oder «Star Wars» bei der jungen Kundschaft beliebt. Ganze Sets werden unter Liebhabern für bis zu 500 Dollar verkauft.

Alte Spielfiguren-Sets des Fast-Food-Konzerns haben bei vielen Fans Kultcharakter - und einen stolzen Preis.

Alte Spielfiguren-Sets des Fast-Food-Konzerns haben bei vielen Fans Kultcharakter - und einen stolzen Preis.

Anya Semenoff / Denver Post

Nun droht den Plastik-Spielzeugen aber auch in der Schweiz das Aus. «Die Reduktion von Plastik ist für uns ein grosses Thema», sagt Deborah Murith, Sprecherin von McDonald’s Schweiz. «In diesem Zusammenhang schauen wir uns auch die Plastikspielzeuge an.» Es sei dem Konzern wichtig, beim Spielzeug im «Happy Meal» auf nachhaltige Rohstoffe zu setzen. «Familien können seit 2019 zwischen einem Kinderbuch und einem Spielzeug wählen.» Damit biete man den Kunden eine plastikfreie Geschenk-Alternative. Den Zeitplan für weitere Plastik-Reduktionsmassnahmen will Murith nicht verraten.

Auch in Grossbritannien verbannt

Für Aufsehen sorgte 2019 eine Petition in Grossbritannien von zwei Mädchen, die McDonald’s und den ewigen Konkurrenten Burger King dazu aufforderten, Plastikspielzeug aus ihren Kindermenüs zu verbannen, um die Umwelt zu schützen. Burger King reagierte entsprechend und spart mit diesem Schritt 320 Tonnen Plastik pro Jahr ein. McDonald’s hingegen wählte einen Zwischenweg. Seit Anfang Jahr können Kinder zwischen einem Plüschtier, einem Kartonspielzeug und einem Buch auswählen.

Beliebte «Happy Meal»-Geschenke waren in den vergangenen Jahren zum Beispiel die Figuren aus dem Animationsfilm «Minions».

Beliebte «Happy Meal»-Geschenke waren in den vergangenen Jahren zum Beispiel die Figuren aus dem Animationsfilm «Minions».

Chris So / Toronto Star