Peter Rombach

Bislang konnten Schulklassen und Vereine durch ihre Papiersammlungen zusätzliches Geld generieren. Nur der Tatsache, dass Gemeinden und Verbände feste Sätze zahlen, ist es zu danken, dass die Mühen nicht vergeblich sind. Der Gemeindeverband Abfallbewirtschaftung Unteres Fricktal (GAF) musste bereits ein Signal setzen und die Rückvergütung für eine Tonne Altpapier ab 2010 auf 60 Franken reduzieren.

Mit der Marktentwicklung ist Andreas Schaffner, Geschäftsleiter des Entsorgungsunternehmens Klein AG in Hornussen, überhaupt nicht zufrieden. «Ohne Zuschüsse würde kaum noch etwas gehen.»

Noch sei er in der «komfortablen Lage», genügend Altpapier in der Region zu bekommen, um seinerseits dann auch die Lieferverpflichtungen gegenüber Papierfabriken einhalten zu können. In guten Jahren verarbeitete die Klein AG bis zu 17 000 Tonnen Papier und Karton, derzeit rechnet Schaffner noch mit 14 000 Tonnen.

Rasanter Preisverfall

Die Dramatik verdeutlicht Ruedi Bieri, verantwortlich für den Aussendienst, an einem Zahlenbeispiel: Erhielt er vor einem Jahr für die Tonne alte Zeitungen noch zwischen 95 und 105 Euro, so waren es im vergangenen August gerade mal 60 bis 65 Euro.

Ähnlich siehts auch beim Mischpapier aus: 2008 liessen sich bis zu 55 Euro pro Tonne erzielen, diesen Sommer lag der Wert noch bei 30 Euro. Zahlen, die übrigens der Europäische Wirtschaftsdienst (Euwid) bestätigt.

Lagerkapazität ausgereizt

Im ersten und zweiten Quartal 2009 hatte der Papierpreis «sortiert aus Haushaltungen» den absoluten Tiefpunkt mit 45 Euro pro Tonne erreicht; nun bewegt er sich langsam wieder in Richtung 60er-Marke. Um korrigierend einzugreifen, liess Andreas Schaffner die Papierlager füllen, um die Ware nicht verschleudern zu müssen.

Diese Strategie profitierte auch vom zeitweise geringeren Rohstoffbedarf der Papierfabriken in Deutschland, wohin die Klein AG ihr gesamtes Fricktaler Altpapier exportiert.

Als wichtiger Partner im Altpapiergeschäft gilt der GAF, in dessen Gebiet rund 3500 Jahrestonnen zusammenkommen. «Von der guten Zusammenarbeit profitieren alle», freut sich Andreas Schaffner, dessen Firma auch mit einzelnen Gemeinden als Partner längerfristige Entsorgungsverträge abgeschlossen hat - übrigens auch für andere Wertstoffe.

Der Fall des GAF beweist, dass Altpapier- und Kartonage-Sammlungen zunehmend ein defizitäres Geschäft sind und die Schere immer weiter auseinanderklafft: Im Voranschlag 2010 werden 100 000 Franken an Einnahmen vom Recycler erwartet, während die gesamten Kosten für Altpapierentsorgung mit 260 000 Franken budgetiert sind. In der Rechnung 2008 hielten sich Aufwand und Ertrag fast noch die Waage.