Wer Waren im Ausland bestellt, muss derzeit viel Geduld aufbringen. Denn im neuen Verarbeitungszentrum der schweizerischen Post in Urdorf stecken Zehntausende von Paketen fest, wie die Zeitschrift Beobachter heute auf ihrem Online-Portal berichtet. Bis zu sieben Tage verstreichen, bis die Post ein Paket verzollt hat. Betroffen sind gemäss Kundendienst der Post rund 50 000 Pakete.

Eurokurs führt zu Engpass

Postsprecher Oliver Flüeler erklärt gegenüber dem Beobachter, dass man von der Paketmenge überrascht worden sei. Die Post müsse derzeit eine Rekordmenge verzollen - so viel wie in der Vorweihnachtszeit. Der günstige Eurokurs könnte dazu geführt haben, dass viele Schweizerinnen und Schweizer im Ausland Waren bestellten, vermutet der Postsprecher. Nach seiner Auskunft stauen sich in Urdorf jedoch weniger als 10 000 Pakete.

Die Post hat letztes Jahr ihre Verzollungsabteilung «Exchange Office» in Basel geschlossen, insgesamt 70 Stellen gestrichen und die Abteilung nach Urdorf verlegt. Dort startete sie mit gut 20 Angestellten. Damit reagierte die Schweizer Post auf die Ankündigung der Deutschen Post im Sommer 2010, Pakete in die Schweiz in Zukunft von ihrer Tochterfirma DHL verzollen zu lassen.

Nach Informationen der Gewerkschaften Transfair und Syndicom, die das Postpersonal vertreten, überlässt die Deutsche Post weniger Pakete als geplant ihrer Tochterfirma DHL zum Verzollen, weil diese das Volumen nicht bewältigen könne. Dem widerspricht allerdings DHL und schreibt dem Beobachter: «DHL Express macht sowohl die Zustellung als auch die dazugehörige Verzollung der an DHL Express übergebenen Paket-Volumen selbst. Dazu gibt es derzeit keine Unregelmässigkeiten.» Wie lange es dauern wird, bis die Post ihren Paketstau auflösen kann, ist noch nicht absehbar. (muv)