UBS

Oswald Grübel: «Wir wissen, was wir tun»

Grübel: «Wir wissen, was wir tun»

Grübel: «Wir wissen, was wir tun»

Die Grossbank UBS hat bekräftigt, schon in vier Jahren wieder 15 Milliarden verdienen zu wollen. Das wären 40 Millionen pro Tag, auch an Sonn- und Feiertagen.

Im vor Historie triefenden, altehrwürdigen Konferenzzentrum «The Honourable Artillery Company» im Herzen Londons hat die UBS am Dienstag ihren Aktionären erläutert, wo sie zwei Jahre nach ihrem Beinahe-Untergang steht. Und wohin sie in den kommenden Jahren hinwill.

Als wäre es britische Ironie, kam die beste Nachricht für die UBS am Dienstag aber nicht aus der City, sondern aus den Stuben des helvetischen Finanzdepartements in Bern.

«Schlusspunkt der Angelegenheit»

Kaum hatte UBS-Chef Oswald Grübel zu seiner Rede an die Investoren angesetzt, verbreitete das EFD die Nachricht, dass die USA das so genannte «John Doe Summons»-Verfahren gegen die UBS vollständig und definitiv eingestellt habe. Damit ist die Bank in den USA zivilrechtlich ganz aus dem Schneider, muss sich nicht mehr vor einer teuren und letztlich existenzbedrohenden Klage der US-Steuerbehörden fürchten.

Sicher: Die Schweiz und die UBS haben gegenüber den Amerikanern stets alle Pflichten aus dem Staatsvertrag vom Sommer 2009 erfüllt und die Bankdaten von fast 4500 USSteuersündern mit UBS-Konto in der Schweiz in die USA geschickt. Also durfte man die Einstellung des auf Eis gelegten Verfahrens erwarten. Dass aber die UBS zu diesem Meilenstein bloss verlauten liess, er sei «der formelle Schlusspunkt der Angelegenheit», spielt seine Bedeutung für die Zukunft der Bank herunter.

Lieber lenkte die UBS die Aufmerksamkeit rasch zurück nach London. Dort war schliesslich fast die komplette Konzernleitung aufmarschiert, ohne allerdings wirklich Neues zu verkünden. Immerhin bekräftigte Konzernchef Oswald Grübel, was er schon rund vor einem Jahr verkündet hatte. «Wir sehen keinen Grund, etwas an unserem Mittelfrist-Ziel zu ändern», sagte er.

Das bedeutet: Bis 2014 soll die UBS wieder 15 Milliarden Franken Vorsteuergewinn machen – also gut 40 Millionen pro Tag, auch an Sonn- und Feiertagen. Zudem soll das für die Bank arbeitende Eigenkapital wieder eine Rendite von 20 Prozent abwerfen. Grübels ehrgeizige Rentabilitätsziele bedeuten auch, dass die UBS wieder grössere Risiken eingehen muss.

Der starke Mann der wieder erstarkten Bank stritt dies gar nicht erst ab. Er könnte es nicht einmal – hohe Renditen und hohe Risiken sind untrennbare siamesische Zwillinge. Stattdessen verwies Grübel auf seine Kompetenz: «Wir wissen, was wir tun.» Die Risiken, welche die
UBS zum Geldverdienen eingehe, müssten aber in jedem Fall «verhältnismässig» sein. In Anspielung auf seine Vorgänger ergänzte er: «Wenn etwas schiefgeht, wird man von mir zumindest keine Ausreden hören.»

Die Investoren fanden den Spruch nicht wirklich gut. Die UBS-Aktien verloren am Investoren-Dienstag 2,3 Prozent. Klar mehr als die Valoren der Konkurrentin Credit Suisse und der Gesamtmarkt.

Boni statt Dividenden

Kursverluste summierten sich auch deshalb, weil auch Finanzchef John Cryan – wie Grübel – nur bereits Gesagtes und wenig Erbauliches wiederholte. Dass es nämlich «für einige Zeit» keine Dividende gebe. Grund: Die UBS braucht, was sie verdient, um ihre Kapitalpuffer auf Basel-IIINiveau auszubauen. Und um Boni
in Milliardenhöhe auszuzahlen, weil der Bank sonst «Top-Leistungsträger» abhandenkommen würden.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1