Zahnpflege

Ökologisch Zähne putzen: Trisa lanciert Zahnbürste aus Holz mit Bürstenkopf aus Bio-Kunststoff

Trisa-Chef Pfenniger mit einem Riesen-Modell der neuen Zahnbürste.Nadia Schärli

Trisa-Chef Pfenniger mit einem Riesen-Modell der neuen Zahnbürste.Nadia Schärli

Trisa stellt pro Jahr 250 Millionen Zahnbürsten her – nun springen die Luzerner auf den Öko-Zug auf: Im Verlauf dieses Jahres werden die ersten umweltschonenden Zahnbürsten aus dem Trisa-Werk im luzernischen Triengen an die Kunden und Geschäftspartner ausgeliefert.

Die Entwickler sind zwar noch an der Arbeit. Doch im Verlauf dieses Jahres werden die ersten umweltschonenden Zahnbürsten aus dem Trisa-Werk in Triengen an die Kunden und Geschäftspartner ausgeliefert. «Die Zahnbürsten werden aus Materialien bestehen, die sich wiederverwerten lassen, die biologisch abbaubar sind oder aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt werden», sagt Trisa-Chef Adrian Pfenniger.

Die Trienger stellen pro Jahr 250 Millionen Zahnbürsten her und beliefern direkt oder über ihre Partner fast alle Kontinente. Die Idee, das Massengut ökologischer zu gestalten, fügt sich in eine Reihe von Ressourcen-schonenden Massnahmen ein, die Trisa bereits vor der Jahrtausendwende Schritt um Schritt in die Tat umgesetzt hat.

«Wir gehen die Umweltverträglichkeit gesamtheitlich an», so Pfenniger. Angefangen hatte das Unternehmen damit vor 20 Jahren, als es auf dem Dach eines Neubaus die erste Solaranlage installierte. Das grösste Vorhaben bisher bildete der Holzschnitzel-Wärmeverbund, mit dem sich die Trisa-Gebäude ohne einen Tropfen Heizöl heizen lassen und dessen Kapazität ausreicht, auch noch die Dorfkirche und einige Mehrfamilienhäuser zu versorgen. Zu diesem Zweck wird auch die Abwärme des Maschinenparks genutzt.

Borsten aus Rizinus

Den nächsten Schritt bilden nun die Produkte. Der Zahnbürsten-Prototyp liegt bereits vor. Die heutigen Kunststoffgriffe werden durch Griffe aus Holz ersetzt. Pfenniger: «Das Holz dafür beziehen wir aus nachhaltig bewirtschafteten Schweizer Wäldern.» Zuschneidung und Bearbeitung geschehen maschinell bei Trisa. Der Bürstenkopf, in dem die Borsten verankert sind, besteht aus wiederverwertbarem Bio-Kunststoff. Und für die Borsten verwendet Trisa ein Biomaterial, das auf Rizinus basiert.

Die Verpackung besteht aus rezykliertem Karton und einer zu 80 Prozent wiederverwerteten PET-Folie, hinter der sich die Produkte präsentieren lassen. Auf die Folie könnte Trisa zwar verzichten, doch sprechen marketingtechnische Überlegungen dagegen. Denn Massengüter werden auch mit den Augen gekauft. «Gestaltung und Design sind im Wettbewerb entscheidend», so Pfenniger.

Wie gut die Öko-Zahnbürste bei den Konsumenten ankommt und ob diese auch bereit sind, dafür ein wenig mehr zu bezahlen, ist die zentrale offene Frage beim Projekt. Pfenniger ist zuversichtlich: «Marktbefragungen machten deutlich, dass die Konsumenten die Idee gut finden – sofern Leistung und Qualität nicht darunter leiden. Wir sind auf gutem Weg, das hinzubekommen. Der Preisunterschied zu den herkömmlichen Zahnbürsten wird ohnehin gering ausfallen.»

Die Kunststoff-Zahnbürsten werden indes nicht von einem Tag auf den anderen verschwinden. Als Fernziel schwebt Pfenniger ein Wiederverwertungssystem vor, wie es heute bei PET-Flaschen oder Altpapier schon recht gut funktioniert. «Der Kunststoff müsste ja nicht unbedingt wieder für Zahnbürsten gebraucht werden», so Pfenniger.

Neues Verpackungszentrum

Bereits in diesen Tagen kommt Trisa mit einer neuen Generation der elektrischen Sonic-Schallzahnbürsten auf den Markt. Pfenniger: «Auch bei ihnen haben wir darauf geachtet, dass ein schöner Teil der Materialien wiederverwertbar ist.» Der Markt für Elektrozahnbürsten ist gross, rund die Hälfte der Westeuropäer benutzen solche Zahnreinigungsgeräte. Auf dem Werkgelände von Trisa entsteht neben dem Hochregallager ein neues Gebäude. Dort soll künftig die Verpackung konzentriert werden. «Die räumliche Nähe zum Lager erspart unnötige Wege. Zudem verschafft die Konzentration dieses Arbeitsschrittes mehr Platz in den anderen Gebäuden. Budgetiert sind für den Neubau 17 Millionen Franken, Maschinen und Infrastruktur nicht mitgerechnet», sagt Pfenniger.

Der Neubau umfasst 6000 Quadratmeter Arbeitsfläche. Die Baubewilligung liegt bereits vor, der Spatenstich ist für den Spätherbst dieses Jahres terminiert. Wenn alles rund läuft, ist das zweistöckige Verpackungszentrum im Sommer 2021 betriebsbereit.

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