Arbonia Forster Gruppe

Oehler-Nachfolge geregelt: Daniel Frutig wird neuer CEO

Rochade an der AFG-Spitze: Daniel Frutiger (r.) folgt auf Edgar Oehler

Rochade an der AFG-Spitze: Daniel Frutiger (r.) folgt auf Edgar Oehler

Daniel Frutig wird neuer CEO der Thurgauer Industriegruppe AFG Arbonia Forster. Er folgt auf Edgar Oehler, der kürzer tritt. Im letzten Jahr hat der Küchenbauspezialist und Bauzulieferer wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Der neue Konzernchef Daniel Frutig wird seine Tätigkeit am 1. Juni aufnehmen. Damit präsentiert bisherige Firmenchef Edgar Oehler endlich den seit Jahren versprochenen Nachfolger. Oehler selbst bleibt Verwaltungsratspräsident und wird damit die Geschicke des Unternehmens weiter mitprägen.

Der 49-jährige Frutig leitet seit 2005 beim britischen Nahrungsmittelunternehmen Compass Group als Chef der Geschäftseinheit Support Services tätig. Zuvor war er CEO bei Swisscom Immobilien. Der Manager hat laut AFG langjährige Erfahrung mit den Märkten in Osteuropa, Indien und China und mit der Neuausrichtung bestehender Unternehmen.

Frutig soll freie Hand haben

Frutig wurde 1962 in Bern geboren, ist diplomierter Ingenieur und hält einen Executive MBA von der HSG. Vor seiner Zeit bei Swisscom war er selbstständig als Management Consultant und zuvor bei Accenture Director Facilities & Services und Global Head Services & Technology. Ansonsten ist über den Neuen wenig bekannt. Seine Wahl ist ein Überraschung, ging man doch davon aus, dass der neue aus der Branche stammen müsse. Frutig tut genau das nicht.

Der Berner tritt kein leichtes Amt an. Oehler hat das Unternehmen als nicht unumstrittene Unternehmerfigur und Grossaktionär in den letzten Jahren stark geprägt. Zuletzt ist er wegen eigenartiger Finanz-Deals ist Gerede gekommen. Der neue Chef soll aber frei Hand haben, versprach Patron Oehler jüngst in Zeitungsinterviews. «Das Portfolio ist nie in Stein gemeisselt», so Oehler. Im Klartext: Der Neue darf auch Teile des Unternehmens verkaufen.

Wieder schwarze Zahlen

Unter dem Strich verdiente die Gruppe 14,2 Mio. Franken, nach einem Verlust von 22,5 Mio. Fr. im Vorjahr. Deutlich geringere Abschreiber als 2009 hoben das Betriebsresultat trotz gestiegener Rohstoffpreise von 7,7 Mio. Fr. auf 47,5 Mio. Franken, wie AFG am Dienstag mitteilte.

Nachdem die Gruppe im Vorjahr keine Gewinnbeteiligung ausschüttete, erhalten die Aktionäre erhalten nun eine Dividende 0,50 Fr. pro Aktie. Diese stamme aus der Reserve aus Kapitalanlagen, weswegen keine Verrechnungssteuer anfalle, teilte das Unternehmen weiter mit.

Der Umsatz von 1,41 Mrd. Franken liegt 2,1 Prozent höher als im Vorjahr. Als Stützen des Geschäfts hätten sich die Heimmärkte erweisen, unter denen AFG die Schweiz und Deutschland versteht. Ohne den starken Franken, der die Schweizer Exportindustrie belastet, wäre der Umsatz allerdings um 5,8 Prozent gestiegen. (rsn/sda)

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