Im zu Ende gehenden Jahr soll es noch zu 3,7 Prozent reichen. Im Frühsommer war sie von jeweils 3,7 Prozent für 2018 und 2019 ausgegangen. "Die Weltwirtschaft bewegt sich in schwierigem Fahrwasser", sagte OECD-Chefökonomin Laurence Boone. "Das globale Wachstum ist stark, hat seinen Höhepunkt aber erreicht."

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnt zugleich vor Gefahren. "Im Falle eines Zusammentreffens mehrerer Risiken könnte die Landung härter werden als erwartet", betonte Boone. So könnten weitere Handelsspannungen den Warenverkehr und das Wachstum belasten und so zu noch mehr Planungs- und Investitionsunsicherheit führen. Die Kapitalabflüsse aus den aufstrebenden Volkswirtschaften könnten zunehmen, während ein Abschwung in China auch auf die Industriestaaten durchschlagen dürfte. "Die Politikverantwortlichen werden umsichtig handeln müssen, um ein nachhaltiges, wenn auch langsameres Wirtschaftswachstum zu gewährleisten", sagte Boone, die zu internationaler Zusammenarbeit aufruft.

Für die Euro-Zone senkte die OECD ihre Prognose im laufenden Jahr auf 1,9 Prozent und rechnet mit einer weiteren Abschwächung auf 1,8 im kommenden Jahr und auf 1,6 Prozent 2020. Besonders schlecht soll Italien abschneiden: Hier erwartet die Organisation in den kommenden beiden Jahren lediglich ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von jeweils 0,9 Prozent. "Die zunehmende Unsicherheit und die höheren Zinssätze werden die Konsumneigung der privaten Haushalte und die Investitionsneigung der Unternehmen dämpfen", erklärte die OECD zu Italien.

Auch in Grossbritannien dürfte sich die Konjunktur schwächer entwickeln als in der Euro-Zone. "Die Brexit-bedingte Unsicherheit hemmt das Wirtschaftswachstum", betonte die OECD. "Auf kurze Sicht besteht das bei weitem grösste Risiko darin, dass es dem Vereinigten Königreich nicht gelingt, sich mit der Europäischen Union auf ein Austrittsabkommen zu einigen." Das Wachstum dürfte in diesem Jahr bei 1,3 Prozent liegen, 2019 bei 1,4 Prozent und 2020 bei 1,1 Prozent.

Auch in der weltgrössten Volkswirtschaft USA soll das Wachstum nachlassen: Für dieses Jahr werden 2,9 Prozent prognostiziert, 2019 dann 2,7 Prozent und im Folgejahr 2,1 Prozent. "Die jüngste Steuerreform und die günstigen finanziellen Rahmenbedingungen lassen für 2019 und 2020 hohe Unternehmensinvestitionen erwarten", heisst es im Ausblick. "Die schwächeren Aussichten für die Weltwirtschaft und die bereits eingeführten Handelsmassnahmen belasten dagegen die Wirtschaftstätigkeit."