In den USA ist die Kette einer der kultigsten Burger-Verkäufer: Five Guys. Über 1000 Filialen stehen in Nordamerika und machen den Burger-Giganten McDonald’s und Burger King die Kunden streitig. Vor rund fünf Jahren begann Five Guys mit der Expansion in Übersee. Den Anfang machte London, bald kamen Städte in Spanien, Frankreich und zuletzt Deutschland hinzu. Nun wagt die Kette den Sprung in die Schweiz.

«Five Guys ist daran, in Europa zu expandieren, und noch in diesem Jahr werden wir unser erstes Restaurant in der Schweiz eröffnen», sagt ein Firmensprecher auf Anfrage. In Genf soll im vierten Jahresquartal die erste Five-Guys-Filiale ihre Tore öffnen. «Und wir hoffen, dass danach Zürich bald folgen wird», sagt der Sprecher. «Die Schweiz passt gut in unsere aggressive Wachstumsstrategie.» Wie viele Filialen insgesamt geplant sind, verrät er nicht. Auch in Ländern wie Holland, Belgien, Luxemburg und Italien sowie im Nahen Osten baut der Konzern dieses Jahr kräftig aus.

Der bekannteste Fan von Five Guys ist kein Geringerer als Ex-US-Präsident Barack Obama. Für beste PR sorgte er 2009, wenige Monate nach seiner Amtseinsetzung, als er in einem Five-Guys-Restaurant in Washington D. C. gleich für sein ganzes Team eine Bestellung aufgab und zurück ins Büro brachte. Für sich selber orderte er einen Cheeseburger mit Salatblättern, Tomaten, Jalapeños und Senf. Die Fast-Food-Visite trug ihm allerdings auch einige hämische Kommentare ein, machte sich doch gleichzeitig seine Frau Michelle in der Öffentlichkeit für gesunde Ernährung stark.

Milchshakes mit Speck

Speziell am Five-Guys-Angebot ist, dass die Burger, die etwas mehr kosten als bei McDonald’s und Burger King, in Alufolie verpackt sind. Für die Burger-Plätzchen wird frisches Hackfleisch verwendet, im Gegensatz zum gefrorenen Fleisch bei den beiden Grosskonkurrenten. Die Burger und Hot Dogs können je nach Wunsch mit zusätzlichen Zutaten bestückt werden. Auf jedem Tisch gibt es zudem Erdnüsse à discrétion. Und besonders beliebt sind die verschiedenen Milchshake-Aromen, von denen es sogar eine Speck-Variante gibt.

Gegründet wurde die Kette 1986 in Virginia vom Ehepaar Janie und Jerry Murrell. Der Name «Five Guys» bezieht sich auf Vater Jerry und die Söhne Jim, Matt, Chad und Ben, die allesamt noch immer in der Firma tätig sind. Der fünfte Sohn, Tyler, kam erst zwei Jahre nach der Firmengründung zur Welt. Aus «Five Guys» wurde aber nicht «Six Guys».

Mithilfe des sogenannten Franchise-Systems, mit dem auch McDonald’s und Burger King operieren, expandierte das Unternehmen in den USA und Kanada ab den frühen 2000er-Jahren rasant. Zuweilen galt Five Guys als die am schnellsten wachsende Fast-Food-Kette der USA und als beliebteste Burger-Bude der Amerikaner. Die rund 15'000 Angestellten erzielten zuletzt einen Umsatz von rund 850 Millionen Dollar.

Kommt bald auch «In-N-Out»?

Die Schweiz wird mit Five Guys um eine weitere US-Kette reicher. Erst letzten Dezember eröffnete ebenfalls in Genf eine erste Filiale von Kentucky Fried Chicken. Insgesamt sind 50 Restaurants geplant. Seit rund einem Jahr ist auch «Dunkin’ Donuts» daran, in der Schweiz zu expandieren. Rund 30 Filialen sind das Ziel.

Dabei ist vor allem im Burger-Bereich die Konkurrenz schon heute gross. McDonald’s und Burger King sind nach wie vor in der Poleposition. Doch die Westschweizer «Holy Cow»-Kette bringt es inzwischen mit ihren frischen Burgern bereits auf 15 Standorte. Daneben tummeln sich viele kleinere Ketten wie «The Butcher», «B.Good» oder «Edward’s Sandwiches», mit je fünf Filialen, sowie zahlreiche weitere, unabhängige Restaurants, die ebenfalls auf die Karte Premium-Burger setzen.

Auf die rot-weiss gekachelten Five-Guys-Restaurants wartet somit ein harter Verdrängungswettbewerb, der möglicherweise bald noch grösser wird. Denn erst vergangenen Sommer wagte auch «In-N-Out» erste Gehversuche in der Schweiz. Während vier Stunden empfing die Burger-Kette, die als mindestens so kultig wie Five Guys gilt, in einem Pop-up-Restaurant in Zürich Oerlikon hungrige Kunden. Ob nun der definitive Markteintritt erfolgt, ist nicht bekannt. Fakt ist: An jenem Tag standen Hunderte Leute bis zu zweieinhalb Stunden Schlange.