Jetzt schaltet sich Novartis-Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella in die Reichtumsdebatte ein. Wie die Zeitung «Der Sonntag» berichtet, kritisiert Vasella, dass «in der Schweiz hohe Vermögen akzeptiert und toleriert werden, nicht aber hohe Einkommen». Und dies, so Vasella weiter, «obwohl man argumentieren könnte, dass Stellen mit hohem Einkommen allen offen stehen, sofern die Leistung stimmt.»

Im Interview erinnert sich Vasella an die Anfänge seiner Karriere, wo er noch viel weniger als heute (bis zu 30 Mio. Fr.) verdient hat. Er habe höhere Löhne schon früher nicht demotivierend gefunden. «Als ich 40'000 Franken pro Jahr verdiente, hat mich das nicht gestört. Ich liebte meine Arbeit und die einzige Frage war, wie wir bis zum Ende des Monats mit dem Geld durchkommen. Wenn ich hörte, was andere für Summen verdient haben, fand ich das auch enorm. Aber weiter hat mich das nicht berührt.»

Vasella äussert sich zudem zu einer möglichen Sitzverlagerung von Novartis weg von Basel. «Das kann als Drohung empfunden werden, ist aber einfach eine Tatsache. Solche Entscheidungen hängen von den Rahmenbedingungen des Standortes und damit der Standortpolitik ab, nicht aber von mir. Unternehmen werden immer Standorte wählen und negative und positive Aspekte abwägen. Wenn sie dies nicht rational tun, gehen sie im Wettbewerb letztlich unter.»