Kommentar

Novartis-Konzernchef Jimenez tritt zurück - Bestnoten erhält er für sein Schaffen nicht

Joe Jimenez tritt per Ende Januar 2018 zurück.

Joe Jimenez tritt per Ende Januar 2018 zurück.

Joe Jimenez tritt von der Novartis-Konzernspitze zurück. Seine Erfolge und Misserfolge – ein Kommentar.

Wenn Joe Jimenez per Ende Januar 2018 abtritt, wird er während genau acht Jahren Novartis-Konzernchef gewesen sein. Top-Noten kann er sich für diese Zeit jedoch keine ausstellen lassen. 

Dazu reicht es aufgrund mehrerer gröberer Fehler nicht. An der Spitze dieser Liste steht sicher die für 51 Milliarden Dollar enorm teuer eingekaufte US-Augenheilsparte Alcon. Geblendet von den einst rekordhohen Margen führten Jimenez und sein Team die Tochter in Texas an der langen Leine.

Die Folge: Der Nachschub neuer Produkte wurde ebenso sträflich vernachlässigt, wie die Pflege wichtiger Kunden. Ende letztes Jahr resultierte daraus ein operativer Verlust von 132 Millionen Dollar. Bis Ende Jahr entscheidet sich, ob Alcon wieder abgestossen wird.

Verschlafen hat Novartis in der Ära Jimenez zudem den grossen Trend hin zu neuen Krebsimmuntherapien. Zwar gelang es Novartis nun ein stückweit, die Lücke zu schliessen, wie gross das kommerzielle Potenzial dieses neuen Ansatzes sein wird, muss sich erst noch weisen.

Doch Jimenez hat längst nicht alles falsch gemacht. In seiner Zeit hat sich der Konzern von einer breit aufgestellten Holding zu einem fokussierteren Unternehmen gewandelt.

Geblieben sind Pharma, Generika und Augenheilmittel, abgestossen wurden Impfstoffe, rezeptfreie Medikamente und die Tiergesundheit.

Zudem musste Jimenez mit dem Patentablauf zweier der umsatzstärksten Medikamente fertig werden.

Nachdem dies nun überstanden ist, spricht Novartis von einer bevorstehenden Wachstumsphase. Es ist nun an dem neuen Chef Vas Narasimhan, erneut ein Amerikaner, dass dies nicht nur ein Versprechen bleibt.

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