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Novartis investiert nach Patenturteil nicht mehr in Indien

Novartis will in Indien nicht mehr investieren. Im Bild: Novartis-Gebäude in Basel und Novartis-Indien-Chef Ranjit Shahani.

Novartis will in Indien nicht mehr investieren. Im Bild: Novartis-Gebäude in Basel und Novartis-Indien-Chef Ranjit Shahani.

Nachdem der Pharmakonzern vor dem obersten indischen Gerichtshof den Patentstreit ums Krebsmittel Glivec verloren hat, wollen die Basler in Indien vorläufig kein Geld mehr in die Forschung stecken.

Nach siebenjährigem Streit hat der oberste indische Gerichtshof nun entschieden: Das Krebsmedikament Glivec bekommt keinen Patentschutz und kann in Indien damit kopiert werden.


Für den milliardenschweren Forschungszweig von Novartis will das nicht einfach so hinnehmen «Wir werden vorerst nicht in die Forschung investieren, weil ein Teil der Forschungsresultate nicht schützenswert ist», sagte Novartis-Vertreter und Ex-Forschungschef Paul Herrling am Montagabend in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens.

Der Länderchef von Novartis Indien, Ranjit Shahani, ging noch einen Schritt weiter und sprach von einer möglichen Verlagerung der Forschungsaktivitäten auf andere Standorte. In welche Richtung die Verlagerung gehen könnte, wollte Shahani nicht sagen.

Gegenüber der «Times of India» macht er klar, dass die grossen Pharmafirmen seit Ausbruch des Patentstreits ihre grössten Investitionen längst anderswo, nämlich in China, getätigt haben. «Novartis, Roche, Sanofi, Pfizer, GSK, Astra Zeneca und Eli Lilly haben kein einziges Investment in Indien getätigt».

Künftig werde man neue Medikamente, die im Land nicht patentierbar seien, nur noch vorsichtig oder nicht mehr einführen, sagte Shahani weiter. (rsn)

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