Kostenlos sind auf www.nzz.ch eigentlich nur noch 20 Artikel pro Monat, alle Übersichtsseiten und Service-Inhalte. Ab einer Menge von 10 Artikeln müssen sich die Nutzer registrieren und zehn Artikel später für die Lektüre auch bezahlen.

Die Bezahl-Schranke hat aber Löcher, welche die NZZ bewusst in Kauf nimmt. Wer von einer Social-Media-Plattform wie Facebook oder Twitter oder von einer Suchmaschine wie Google auf nzz.ch verlinkt wird, liest kostenlos - auch wenn es schon mehr als 20 Texte waren.

Diese externen Zugriffe würden nicht zum 20-Artikel-Kontingent dazugezählt, sagte Peter Hogenkamp, Leiter Digitale Medien bei der NZZ-Mediengruppe auf Anfrage der sda: "Aber das ist Absicht." Man wolle, dass die NZZ auf diesen Plattformen präsent sei und eine Diskussion zu den Texten in Gang komme.

"Wer dann zu uns kommt, soll nicht in der Paywall hängenbleiben", sagte er. Hogenkamp hofft natürlich, dass diese Gelegenheitsleser früher oder später auch Abonnenten werden. Alle werde man aber sicher nicht dazu bringen, für den Inhalt zu bezahlen, sagte Hogenkamp weiter: "Das wäre völlig illusorisch." Mit einer hermetisch abgeriegelten Paywall würde man aber Leser vertreiben, ist er überzeugt.

Vorbild "New York Times"

Vorbild für die absichtlich lückenhafte NZZ-Paywall ist das so genannte Metered Model, wie es auch die "New York Times" betreibt. Dort wurde dieses System entwickelt, nachdem sich die gänzlich abgeriegelte Paywall negativ auf die Leserzahlen auswirkte.

Der Preis für das neue Digital-Abonnement der NZZ beträgt 428 Franken pro Jahr, wie die Mediengruppe am Mittwoch mitteilte. Das ist rund ein Drittel weniger als für das Print-Abo, mit dem die Nutzer ebenfalls unbeschränkten Zugang zum NZZ-Portal haben.

Auch das Medienhaus Tamedia prüft für ihr Newsnet ein Bezahl-System. Beim Onlineportal des Gratisblattes "20Minuten" ist eine Paywall hingegen kein Thema.