Sein Ziel sei es, die Kombination aus medizinischem Fortschritt und unternehmerischem Erfolg fortzusetzen, sagte der neue Präsident des Roche-Verwaltungsrats am Dienstag nach der Generalversammlung vor den Medien. Der Erfolg des Unternehmens hänge stark von der "Forschungs- und Entwicklungspipeline" ab, die es gefüllt zu halten gelte.

Zu den strategischen Stärken des Konzerns zählt Franz die Tatsache, dass die Familien Hoffmann und Oeri die Aktienmehrheit haben. Statt sich primär an den kurzfristigen Bewegungen der Aktienmärkte zu orientieren, könne sich der Konzern langfristig ausrichten. Und das sei ihm "eine ganz wichtige Sache", sagte Franz.

Besonders überzeuge ihn auch die klare Fokussierung von Roche auf verschreibungspflichtige Medikamente und Diagnostik, sagte Franz weiter, der dem Verwaltungsrat seit 2011 angehört. Er beschrieb den Konzern als faszinierendes Unternehmen, das von Innovation geprägt sei.

"Riesiges Glück" für Basel

Zum Verhältnis zwischen Roche und Novartis wollte sich Franz nicht näher äussern, an der etablierten Zusammenarbeit werde sich nichts ändern. Auf jeden Fall habe Basel "riesiges Glück", Standort von gleich zwei Pharma-Weltkonzernen zu sein, sagte der promovierte Wirtschaftsingenieur.

Auf die Masseneinwanderungsinitiative angesprochen, mahnte Franz zu Gelassenheit. Roche werde sich für Lösungen mit Augenmass einsetzen. Ein Land wie die Schweiz, das auf Hightech und Innovation setze, könne nicht nur das eigene Arbeitskräfte-Potenzial ausschöpfen, sondern müsse die Besten zum Kommen motivieren.

Franz wird nun vom abgetretenen Präsidenten in seine neue Aufgabe eingeführt. Franz und Humer wollen unter anderem zusammen die wichtigsten Märkte bereisen und dabei auch Gesundheitsminister und Chefs von Zulassungsbehörden treffen. Als Lufthansa-Konzernchef will Franz, der als ehemaliger Sanierer der Swiss seit Jahren in der Schweiz wohnt, per Ende April aufhören.

Humer, der insgesamt 19 Jahre der Führungsriege von Roche angehört hatte, sprach an seiner letzten Generalversammlung bezüglich 2013 von "hervorragenden Resultaten". Dank dem guten Geschäftsgang habe Roche im letzten Jahr weltweit rund 3000 neue Stellen geschaffen - rund ein Viertel (700) davon in der Schweiz.

Roche sei für die Zukunft hervorragend aufgestellt, um die neuen Möglichkeiten als Chance nutzen zu können. Da zielgerichtete, kosteneffiziente Therapien eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der heutigen Herausforderungen im Bereich der Gesundheitsversorgung und der medizinischen Behandlung spielten, würden die eigenen Stärken in Zukunft noch wichtiger als bisher, sagte er.

Humer: Roche bleibt unabhängig

Humer gab sich zuversichtlich, dass die neue Generation von Führungskräften in Konzernleitung und Verwaltungsrat auf dem Erfolg aufbauen und die klare Innovationskultur von Roche weiter führen werde. Dabei werde Roche ein unabhängiges, führendes, globales Unternehmen bleiben, sagte Humer in einem am Dienstag in der "Basler Zeitung" veröffentlichten Interview.

Die Generalversammlung in Basel, an der 815 Aktionäre teilnahmen, ging ohne Überraschungen über die Bühne. So wurden die Anträge des Verwaltungsrats mit mindestens 99 Prozent genehmigt. Gutgeheissen wurde dabei auch eine Anpassung der Statuten, womit die Verordnung der Abzocker-Initiative ein Jahr früher umsetzt wird als vorgeschrieben.