"Wir sind sehr zufrieden", sagte Ginsig. "Der Fahrplan ist stabil." Marginale Probleme seien, wie üblich bei Fahrplan-Umstellungen, dennoch aufgetreten.

So habe es bei der S-Bahn Bern Verspätungen einzelner Züge um zwei bis drei Minuten gegeben. Und im Grossraum Zürich seien auf der Linie der S16 an den Bahnhöfen die Fahrgast-Informationsanzeigen noch nicht richtig eingestellt gewesen.

Einen grösseren Betriebsunterbruch gab es am Montagnachmittag auf der neuen RER-Linie Bulle-Freiburg. Schuld war der Zusammenbruch des vorher mehrfach geprüften Signalisationssystems. Die Reisenden wurden mit Bussen transportiert.

Schon erste Bussen

Seit dem Fahrplanwechsel gilt auch in den Fernzügen, was zuvor nur in den Nahverkehrszügen galt: Wer ohne Billett in den Zug steigt, bezahlt 90 Franken "Zuschlag".

Es habe am Sonntag und Montag bereits vereinzelte Fälle gegeben, sagte der SBB-Sprecher. Zum Teil habe es sich um ausländische Fahrgäste gehandelt, die nicht informiert gewesen seien. "Zum Teil ist auch ein Zuschlag verlangt worden." Eine erste Bilanz zum neuen Bussenregime werde im Verlauf der Woche möglich sein, versprach Ginsig.

VCS findet steigende Preise "zum Weinen"

Mit dem Fahrplanwechsel seien die Preise fürs Bahnfahren um 1,2 Prozent gestiegen, stellt der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) in einem Communiqué fest. Dies werde für lange Zeit der kleinste Aufschlag bleiben.

In den kommenden sechs Jahren würden die Bahnreisenden kräftig zur Kasse gebeten: Der Bundesrat wolle zur Finanzierung des Bahnausbaus die Tarife indirekt anheben, schreibt der VCS. Die Bahnunternehmen planten selber zusätzliche Erhöhungen. Insgesamt drohten die Preise in den nächsten sechs Jahren um 27 Prozent zu steigen.

Dies findet der VCS zum Weinen: Er verteilte am Montagmorgen an 19 Bahnhöfen im ganzen Land Taschentuch-Päckchen an die Pendlerinnen und Pendler.

Verteilt wurden über 8000 Taschentuch-Päckchen. In Aarau, Basel, Bern, Biel, Brig, Delsberg, Genf, Interlaken, Lausanne, Luzern, Lugano, Martigny, Neuenburg, Pfäffikon SZ, Romont FR, Sitten, Spiez, St. Gallen und Thun waren die Aktivistinnen und Aktivisten des VCS unterwegs.