Die Manöver sollten die Einsatztauglichkeit der russischen Streitkräfte in der Region unter Beweis stellen, sagte der Kommandant der russischen Nordflotte, Wladimir Korolew, der Nachrichtenagentur Interfax. Russland erhebt in der Arktis Ansprüche auf grosse rohstoffreiche Gebiete. Erst im Mai hielt Moskau ein grosses Manöver in der Region ab.

Im Juli änderte der Kreml zudem seine Marinedoktrin, derzufolge künftig Arktis und Atlantik zu den wichtigsten Interessengebieten der russischen Marine zählen. Anfang des Monats untermauerte Russland darüber hinaus seinen Anspruch auf rohstoffreiche Gebiete rund um den Nordpol.

In einem Schreiben an die zuständige UNO-Kommission forderte Moskau die Hoheitsrechte über eine Fläche von 1,2 Millionen Quadratkilometern in der Arktis. Die UNO will mit der Prüfung des 2000 Seiten umfassenden Antrags im Februar oder März 2016 beginnen.

Das von Russland beanspruchte Gebiet umfasst auch den Nordpol und würde Moskau nach eigenen Angaben den Zugang zu 4,9 Milliarden Tonnen fossiler Brennstoffe verschaffen. Das voranschreitende Abschmelzen des Eises macht die Region auch für den Frachtverkehr zwischen Atlantik und Pazifik attraktiv.

Wegen der in der Arktis vermuteten Öl- und Gasvorkommen melden auch die vier anderen Anrainerstaaten der Arktis - die USA, Dänemark, Norwegen und Kanada - Gebietsansprüche in der entlegenen Region an.