Zum ersten Mal fand die Bekanntgabe der Zahlen nicht in der Schweiz, sondern in den USA statt. Bulcke begründete dies damit, dass die USA der grösste individuelle Markt für den Konzern sei. Mit 28 Mrd. Franken machten die Vereinigten Staaten über einen Viertel des Gesamtumsatzes aus, sagte Bulcke.

Dieser legte gegenüber der Vorjahresperiode um 4,1 Prozent auf 82,8 Mrd. Fr. zu. Das Wachstum verlangsamte sich aber: Im Halbjahr betrug es noch 5,9 Prozent.

Auf den Umsatz drückten die unvorteilhaften Wechselkurse, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Sie belasteten den Umsatz mit 2,7 Prozent. Dagegen trugen Firmenkäufe 0,7 Prozent zum Umsatz bei. Unter Ausklammerung von Preiserhöhungen stieg der Umsatz um 4,5 Prozent. Ohne Währungs- und Zukaufeffekte wuchs der Konzern um 6,1 Prozent und verzeichnet damit ein organisches Wachstum, das über den Erwartungen der Analysten liegt.

Die Börse reagierte zunächst freundlich auf die Quartalszahlen: Die Nestlé-Aktien eröffneten 0,5 Prozent über dem Vortagskurs auf 53.30 Franken, gaben danach aber nach. Bei Handelsschluss lagen sie bei 52.65 Fr. um 0,75 Prozent im Minus. Der SMI schloss 0,54 Prozent tiefer.

Weniger Kosten, mehr Investitionen

Das Ergebnis bedeute eine "Fortsetzung des starken, breit abgestützten Wachstums in der ersten Jahreshälfte", sagte Nestlé-Finanzchef Jim Singh bei der Pressekonferenz in New York. Das Ergebnis schaffe eine gute Grundlage für das Gesamtjahr 2010, für das das Unternehmen ein organisches Wachstum von 5 Prozent erwartet.

Besonders stark wuchs Nestlé in den aufstrebenden Märkte in Asien, Ozeanien und Afrika: Das organische Wachstum mit Nahrungsmitteln und Getränken fiel dort 10,7 Prozent höher aus als im Vorjahr. Nord- und Südamerika legte um 5,5 Prozent zu und Europa um 3,3 Prozent. Die Situation in Russland bezeichnet Nestlé als "herausfordernd". Es gebe aber Hinweise für einen Aufschwung.