Davon machte das organische Wachstum 6,6 Prozent aus, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Das Wachstum in den aufstrebenden Märkten lag mehr als doppelt so hoch, während das Geschäft in den Industrieländern immerhin noch um 2,6 Prozent zulegte.

Das operative Ergebnis stieg um 6,3 Prozent auf 6,6 Mrd. Franken. Unter dem Strich steigerte Nestlé den Reingewinn um 8,9 Prozent auf 5,1 Mrd. Franken.

Gedämpfte Kauflust in Europa

Die Geschäfte in den aufstrebenden Märkten liefen weiterhin sehr gut, sagte Nestlé-Finanzchefin Wan Ling Martello bei der Präsentation des Ergebnisses, die im Internet übertragen wurde. Insbesondere hob sie das Geschäft in Lateinamerika hervor, welches das schwache Wachstum in Nordamerika kompensierte. Die Zone als Ganzes wuchs um 6,4 Prozent.

In Europa kämpfte Nestlé mit der nach wie vor schlechten allgemeinen Wirtschaftslage und erreichte mit 2,6 Prozent ein vergleichsweise tiefes Wachstum. Besonders in den Krisenstaaten Portugal, Italien, Griechenland und Spanien waren die Konsumenten weniger kauffreudig. Diese Ländergruppe verzeichnete als einzige einen leichten Rückgang des Umsatzes.

Weiterhin gut lief das Geschäft mit den Kaffeekapseln: Nespresso generierte ein "hohes zweistelliges Wachstum", wie es im Communiqué heisst. Anfang Mai hatte Nestlé den Bau einer dritten Nespresso-Produktionsstätte in der Schweiz bekanntgegeben. Der Bau der neuen Fabrik in Romont FR soll Ende Jahr beginnen.

Höhere Rohstoffkosten

Belastet wurde das Nestlé-Halbjahresergebnis von den steigenden Rohstoffkosten, welche der Konzern über Preiserhöhungen zu kompensieren versuchte. Diese zeichneten für ein Umsatzplus von 3,7 Prozent verantwortlich.

Für das zweite Halbjahr rechnet das Unternehmen aber mit abnehmendem Kostendruck bei den Rohstoffen. Wie Ling Martello erklärte, geht Nestlé weiterhin von einem Anstieg der Inputkosten im tiefen bis mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Der Ausblick für das Gesamtjahresergebnis wurde bestätigt.