Wie Nestlé am Donnerstag - nach Anschluss des Konsultationsverfahrens - mitteilte, wurde die Zahl der aus der Schweiz tätigen IT-Mitarbeiter neu auf 150 festgelegt, statt der ursprünglich geplanten 100. Die Einheit hat derzeit insgesamt 600 Stellen, womit ein Abbau von rund 450 Arbeitsplätzen zu erwarten ist.

Nestlé hat ausserdem einer Verlängerung der Reorganisationsphase bis in die zweite Hälfte 2020 zugestimmt. Ursprünglich hätte der Abbau bis Ende 2019 über die Bühne gehen sollen.

Digitalen Wandel beschleunigen

Der Westschweizer Konzern will bekanntlich sein Technologiezentrum in Barcelona und andere Standorte besser nutzen. Man wolle den digitalen Wandel im Unternehmen beschleunigen und von Innovationen in der Informatik profitieren, hiess es Ende Mai.

"Die Anpassungen erleichtern der IT-Abteilung den Übergang zum neuen Geschäftsmodell und helfen ihr, die Bedürfnisse des Unternehmens längerfristig besser zu unterstützen", schrieb Nestlé nun in der heutigen Mitteilung.

Man setze alles daran, die sozialen Auswirkungen der vor der Umsetzung stehenden Reorganisation abzufedern, hiess es weiter. Das Unternehmen und die Arbeitnehmervertreter würden derzeit über einen Sozialplan verhandeln. Nestlé werde sich bemühen, die Zahl der Entlassungen durch Frühpensionierungen und professionelle Outplacement-Betreuung zu vermindern.

Umzug nach Barcelona oder Mailand

Wie Nestlé-Sprecher Christoph Maier gegenüber AWP sagte, werden ab September zudem Networking-Anlässe mit Drittfirmen stattfinden, die ein mögliches Interesse an IT-Mitarbeitern von Nestlé gezeigt hätten. Dies seien Firmen aus der Westschweiz, aber auch der deutschen Schweiz und dem nahen Ausland.

Darüber hinaus hätten die in der Schweiz beschäftigten IT-Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich auf die über 200 offenen Stellen in den Hubs in Barcelona und Mailand zu bewerben.