Das Universalbankenmodell bedeute eine Risikoverteilung, betonte Hildebrand im Gespräch mit der Westschweizer Zeitung "Le Temps". In den 80er Jahren hätten die Verluste aus der Immobilienkrise durch die Gewinne der Investmentbank aufgefangen werden können - umgekehrt wie in der jüngsten Finanzkrise.

Zudem müssten die Schweizer Grossbanken, wollten sie auch weiterhin zu den grossen Playern im internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft gehören, ihren Kunden umfassende Dienstleistungen anbieten. Dazu gehörten die Dienste der Investment-Abteilung, sagte der Nachfolger von Jean-Pierre Roth.

Allerdings sei "zwingend" zu verhindern, dass hohe Risiken namentlich im Eigenhandel der Banken das Finanzsystem erneut destabilisieren könnten.

Darüber hinaus warnte Hildebrand vor neuen Boni-Exzessen. Die Gewinne der Grossanken, die häufig nur als Folge der Hilfe durch die Notenbanken möglich seien, dürften nicht in den Bonus-Töpfen, in Dividenden oder im Aktienhandel verschwinden. Stattdessen sollten die Erträge verwendet werden, um das geschrumpfte Eigenkapital der Banken wieder zu vermehren.