500-Millionen-Deal
Nationalbank greift am Devisenmarkt ein

Diesen Freitag sorgte eine auffällige Transaktion über 500 Millionen Euro für Aufregung unter Devisenhändlern. Dahinter soll die Schweizerische Nationalbank stecken, die so den Mindestkurs zum Euro halten will.

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In den letzten Monaten wurde der Euro gegenüber dem Schweizer Franken immer schwächer. (Symbolbild)

In den letzten Monaten wurde der Euro gegenüber dem Schweizer Franken immer schwächer. (Symbolbild)

Keystone

Laut der Zeitung „Schweiz am Sonntag“ gab ein Händler eine Order zum Kauf von 500 Millionen Euro zu einem Kurs von 1.2016 durch. Für Händler aus London war klar: Dahinter kann eigentlich nur die Schweizerische Nationalbank (SNB) stecken, die nach monatelanger Absenz wieder am Devisenmarkt eingreifen musste, um die Kursuntergrenze von 1.20 zu verteidigen.

In den letzten Monaten wurde der Euro gegenüber dem Schweizer Franken immer schwächer. In den letzten Tagen tendierte er immer stärker gegen die Interventionsgrenze. Am Freitag rutschte der Kurs für einen Euro auf 1.2010 Franken. Damit touchierte der Markt die rote Linie der Nationalbank, die keine Kurse unter dieser Marke akzeptiert. «Es sieht so aus, als ob der Markt die SNB testen wollte», sagt ein Händler.

Wie üblich nahm die Nationalbank keine Stellung dazu, ob sie hinter der Transaktion stehe oder nicht. Ob sie eingreifen musste, lässt sich möglicherweise in den in den kommenden Wochen anhand periodisch publizierter Statistiken herauslesen.

Der Grund für die Euroschwäche liegt in der Politik der Europäischen Zentralbank. Deren Chef Mario Draghi setzt alle geldpolitischen Hebel in Bewegung, um den Euro gegenüber anderen Währungen zu schwächen. Damit verfolgt er das Ziel, die kriselnde Wirtschaft im Euroraum anzukurbeln.

Für die Schweiz bedeutet das, dass der Aufwertungsdruck auf den Franken anhalten wird. Als Folge der Interventionen bläht sich die Bilanz der SNB weiter auf. Die enormen Devisenreserven müssen angelegt werden. Neben Anleihen setzt die Notenbank auch auf Aktien. Wie eine Auswertung von Bloomberg zeigt, kaufte sie in den letzten Monaten Technologietitel hinzu, während sie Edelmetall- und Goldminenaktien in der Tendenz abstiess.