Das Unternehmen mit Sitz im kanadischen Quebec ist in den Bereichen Pharma, Kosmetik und Ernährung tätig und dürfte im laufenden Jahr einen Umsatz von fast 700 Millionen Dollar erzielen. Mit der Übernahme stiessen rund 1400 Mitarbeiter zum Nestlé-Konzern, hiess es im Communiqué weiter.

Atrium passe perfekt zu Nestlé sagte Greg Behar, Chef von Nestlé Health Science an einer Telefonkonferenz. Die Marktposition im Bereich Medical Nutrition werde dadurch vergrössert. "Die Übernahme hat unmittelbar einen positiven Einfluss auf den Umsatz und den Gewinn von Nestlé", fügte er an.

Verkäufer von Atrium ist eine Gruppe von Investoren unter der Führung von Permira Funds. Der Kaufpreis werde bar überwiesen. Mit diesem Schritt werde eine weitere Wachstumsmöglichkeit im Gesundheitsmarkt wahrgenommen, hiess es in der Mitteilung.

Das kanadische Unternehmen stellt unter anderem Nahrungsergänzungsmittel für Kinder, alte Menschen, dicke Menschen, oder Menschen mit Magen-Darm-Problemen her. Die wichtigste Atrium-Marke "Garden of Life" sei laut Mitteilung Marktführer bei den natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln in den USA.

Abschluss im ersten Quartal 2018

Atrium erzielt laut Behar rund 80 Prozent seines Umsatzes in den USA, ist aber auch in Kanada, Deutschland, Russland und in Tschechien aktiv. Er wies ferner darauf hin, dass das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren jeweils in einem zweistelligen Prozentbereich gewachsen sei, und dass er davon ausgehe, dass dies auch in der Zukunft der Fall sein werde.

Das traditionelle Nestlé-Kerngeschäft mit Nahrungsmitteln, Fertigprodukten und Getränken ist indes nicht mehr so schwungvoll wie früher. Viele Konsumenten setzen zunehmend auf frische Nahrungsmittel und machen einen Bogen um Fertigprodukte.

Die Akquisition solle im ersten Quartal 2018 abgeschlossen werden, wenn die zuständigen Behörden zugestimmt hätten, schrieb Nestlé. Das bisherige Atrium-Management werde weiterhin das Geschäft leiten. Firmenpräsident und -chef Peter Luther bleibe im Amt. Grössere Integrationskosten erwartet Nestlé durch die Transaktion nicht, ebenso wenig nennenswertere Probleme bei der Integration.