Wirtschaft

Nach Massenentlassung: Manor soll Angestellten Kontakt zu Gewerkschaft verbieten

Rund 500 Angestellte müssen Manor wohl bald verlassen.

Rund 500 Angestellte müssen Manor wohl bald verlassen.

Die Gewerkschaft Unia erhebt im Zuge des angekündigten Stellenabbaus schwere Vorwürfe gegen Manor. Die Warenhauskette soll Angestellten den Kontakt zu Gewerkschaftsvertretern verbieten. Manor dementiert dies vehement.

(dpo/gb.) Laut der Gewerkschaft Unia übt die Manor-Gruppe einen «inakzeptablen Druck» auf ihre Beschäftigten aus, damit diese eine Erhöhung der Arbeitszeit von 41 auf 42 Stunden akzeptieren. Andernfalls drohe den Angestellten die Entlassung, schreibt Unia am Freitag in einer Mitteilung. Manor hat vergangenen Montag bekanntgegeben, sein Angebot umzubauen und insgesamt 476 Stellen zu streichen.

Wie die Unia weiter schreibt, soll Manor seinen Angestellten zudem verbieten, mit der Gewerkschaft zu sprechen. Auch hätten die Beschäftigten nie einen Vorschlag für einen Sozialplan gesehen. Ein solches Vorgehen sei «skandalös», so die Unia weiter. Die Gewerkschaft fordert von Manor deshalb ein breit abgestütztes und transparentes Konsultationsverfahren.

Mit Erhöhung der Wochenarbeitszeit Stellen sichern

Den Vorwurf, dass die Angestellten nicht mit den Gewerkschaften sprechen dürfen, weist Manor hingegen «entschieden zurück», wie Sprecher Fabian Hildbrand auf Anfrage von CH Media mitteilt. Manor anerkenne die Rolle der Gewerkschaften. Jedem Mitarbeitenden stehe es frei, mit Gewerkschaften ausserhalb der Arbeitszeit zu reden, so der Sprecher.

Auf die Erhöhung der Arbeitszeit und entsprechende Druckvorwürfe angesprochen, sagt Hildbrand, dass Manor die Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden erhöhen möchte, um «so viele Stellen wie möglich» zu sichern. Zudem möchte die Warenhausgruppe so Mitarbeitervergünstigungen und Lohnnebenleistungen beibehalten. Im Rahmen des Konsultationsverfahrens werde Manor die Mitarbeitenden anfragen, der Erhöhung zuzustimmen, so der Sprecher von Manor.

Manor habe zudem am Hauptsitz die gewählte Personalkommission als Sozialpartner mit ins Boot geholt und einen Sozialplan vorgeschlagen. «Dieser wurde verhandelt und gegenseitig verabschiedet», so Hildbrand. In den Warenhäusern werde derzeit evaluiert, ob eine Massenentlassung am jeweiligen Standort vorliege.

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