Das führt dazu, dass für Geschäftsreisen im Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahr zwar 14 Prozent mehr Flugbillette ausgestellt wurden, die Ausgaben pro ausgestelltem Ticket aber um 3 Prozent gesunken sind. Dies geht aus einer Statistik von Airplus, eines auf das Abrechnen von Geschäftsreisen spezialisierten Unternehmens, hervor.

In vielen Schweizer Unternehmen seien in der Wirtschaftskrise die Reiserichtlinien angepasst worden, sagte Klaus Stapel, Geschäftsführer des Schweizer Ablegers von Airplus. Die neuen Reiserichtlinien hätten trotz schrittweiser Erholung der Wirtschaft weiterhin Bestand.

Gewinnerin des durch die Krise veränderten Geschäftsreiseverhaltens könnte auch die Bahn sein. So haben die weltweit rund 33'000 Unternehmen, deren Reisen Airplus abrechnet, 2009 deutlich mehr Bahnreisen gebucht als früher. So stieg die Zahl der ausgestellten Bahnbillette vergangenes Jahr um 9 Prozent und in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres sogar um 16 Prozent.

Stark auswirken dürfte sich dabei die starke Stellung, welche Airplus, die zum Lufthansa-Konzern gehört, im deutschen Markt hat. Besonders im nördlichen Nachbarland der Schweiz hätten viele Inlandflüge durch günstigere Bahnverbindungen ersetzt werden können, hiess es an einer Medienkonferenz in Zürich.

Laut Stapel ist dieser Trend aber auch in der Schweiz spürbar. Vergleichszahlen fehlten zwar noch, da das Billettverkaufsportal der SBB erst seit kurzem ins System von Airplus integriert worden sei. Zahlreiche Firmen hätten aber ihre Reiserichtlinien insofern verschärft, als dass beispielsweise nach Frankfurt oder Stuttgart nur noch Bahn- und keine Flugreisen mehr gebucht werden dürften.