Vasella-Abgang
Nach 72-Millionen-Deal: Jetzt droht Daniel Vasella Klage von Aktionären

Die beiden Aktionärsvereinigungen Ethos und Actares wollen am nächsten Freitag die Decharge für den Verwaltungsrat verweigern. Ein Aktionärsschützer will zudem eine Strafanzeige gegen Vasella einreichen.

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Daniel Vasella bei der Novartis-Generalversammlung im Jahr 2011.

Daniel Vasella bei der Novartis-Generalversammlung im Jahr 2011.

Keystone

Die Aktionärsvereinigungen Ethos und Actares wollen laut «SonntagsZeitung» dem Novartis-Verwaltungsrat an der Generalversammlung vom kommenden Freitag die Decharge verweigern. Ethos-Chef Dominique Biedermann fordert, dass Vasella und der Verwaltungsrat den Vertrag annullieren. Laut dem früheren Tessiner Staatsanwalt und Minder-Unterstützer Paolo Bernasconi muss die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt jetzt von Amtes wegen prüfen, ob Ermittlungen wegen ungetreuer Geschäftsführung einzuleiten sind.

Aktionärsschützer Hans-Jacob Heitz erwägt zudem eine Strafanzeige gegen Vasella und Novartis. Druck kommt auch aus der Politik. Die Parteipräsidenten Philipp Müller (FDP) und Christian Levrat (SP) verlangen eine Untersuchung, die aufzeigen soll, wer für die Abgangsentschädigung verantwortlich ist. Für Müller ist klar, dass das Aktionariat für personelle Konsequenzen im Novartis-Verwaltungsrat sorgen muss.

Vasella-Deal rückgängig machen

Der ehemalige Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer kritisiert die Millionenbezüge von Daniel Vasella scharf. «Sein Verhalten ist absolut unverständlich und für mich nicht nachvollziehbar. Ich finde das ethisch verwerflich», sagt er im Interview mit der «SonntagsZeitung». Mit den Zahlungen würden Grundsätze der Unternehmensführung, die in den letzten Jahren von der Wirtschaft und der Politik erarbeitet wurden, massiv verletzt.

Die Zahlung, die unter dem Titel «Konkurrenzverbot» abgewickelt würde, sei «eine klare Abgangsentschädigung». Man habe etwas konstruiert, um diese Tatsachen zu verschleiern. Es sei nicht statthaft, dass sich Vasella für ein Konkurrenzverbot bezahlen lasse. Jetzt müsse der Verwaltungsrat von Novartis auf die Vereinbarung zurückkommen, fordert Bührer, der zusammen mit Vasella im Vorstand des Wirtschaftsdachverbandes sass. (az)

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