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Mysteriöse Ankündigung: Elon Musk verkauft seine Häuser und droht Kalifornien mit Abzug von Tesla

© John Raoux / AP

Nach mehreren Eskapaden auf Twitter stellen sich mindestens zwei Fragen: Ist dem Milliardär das flüssige Geld ausgegangen? Und wie spricht man eigentlichen den Namen seines Sohnes «X Æ A-12» aus?

Was tut er als nächstes? Elon Musk wird immer unberechenbarer. Zu diesem Schluss kommt, wer dem Unternehmer auf Twitter folgt. In den letzten Tagen hat er auf dem Kurznachrichtendienst angekündet, alle seine Häuser zu verkaufen, die Regierung von Kalifornien als faschistisch beschimpft, vermeldet den Hauptsitz von Palo Alto nach Nevada zu verlegen und sich mit seiner Freundin über den Namen ihres gemeinsamen Sohnes gestritten.

Musks Elektroautofirma Tesla, die mehrfach vor dem Bankrott stand, hat in diesem Jahr punkto Marktwert Volkswagen überholt und ist damit hinter Toyota zum zweit wertvollsten Autobauer aufgestiegen. Doch solange der Chef dermassen unberechenbar ist, solange ist das auch die Zukunft der Firma.

Wut über den Lockdown und Wegzugspläne

Der Grund für den Ärger gegen die kalifornische Regierung liegt in deren Massnahmen gegen die Coronapandemie: Elon Musk passte nicht, dass er seine Fabrik nicht schon diese Woche öffnen darf. Er twitterte, dass nun das Mass voll sei und er sein Hauptquartier unverzüglich ins texanische Nevada verlegen werde. Auch die Produktion in Kalifornien stehe auf dem Spiel, wenn Tesla in Zukunft nicht besser behandelt würde. Tesla ist der letzte Autohersteller, der noch in Kalifornien produziert, und Arbeitgeber von 10'000 Angestellten.

Es ist eine Trotzreaktion. Denn bereits in einer Woche könnte die Fabrik wieder geöffnet werden. Die Verlagerung des Hauptsitzes oder gar der Produktionsstätte aber ist ein langwieriges und kostspieliges Manöver. In der «New York Times» entgegnete ein kalifornisches Regierungsmitglied, dass Musk doch die Zeit mit seinem neuen Baby geniessen solle und er seine Fabrik am 18. Mai wieder öffnen könne.

Musk Freundin, die 32-jährige Sängerin Grimes, hat kürzlich einen Sohn geboren, den das Paar auf dem Namen «X Æ A-12» getauft hat. Wobei noch nicht ganz klar ist, ob das die Behörden überhaupt zulassen. X, so hat es die Mutter auf Twitter erklärt, sei die «unbekannte Variable», Æ bedeute in einer Elfensprache «Liebe» oder «A. I. für Artificial Intelligence» (künstliche Intelligenz), und A-12 sei der Name ihres Lieblingskampfjets sowie eine Abkürzung für «Archangel», ihren Lieblingssong. Ausgesprochen werde der Namen «X Ash Archangel». Anders sieht das Musk, der den Namen in einem Podcast als «x-as-a-12» aussprach und auch die Sache mit dem Kampfjet etwas anders sieht.

Musks Freundin, die Musikerin Grimes.

Musks Freundin, die Musikerin Grimes.

Für den 48-jährigen Musk ist es bereits das sechste Kind. Mit seiner Ex-Frau, der Fantasy-Schriftstellerin Justine Wilson, hat er fünf gemeinsame Söhne. Seit zwei Jahren ins Musk mit der kanadischen Musikerin Grimes zusammen, die mit bürgerlichem Namen Claire Boucher heisst und die Popwelt als Technofeministin und Klimaaktivistin aufwirbelt. Wo die Familie in Zukunft leben wird, ist noch offen, denn Elon Musk hat angekündigt, alle seine sieben Häuser zu verkaufen. Drei seiner Villen stehen im Internet bereits zum Verkauf – für insgesamt 75 Millionen Dollar.

Eines der Häuser, die Musk verkaufen will.

Eines der Häuser, die Musk verkaufen will.

Was ihn zu diesem Schritt bewogen hat, ist nicht klar. In einem Artikel stellt das «Wall Street Journal» die Vermutung an, dass Musik liquide Mittel brauche. Es wäre nicht das erste Mal, dass dem Unternehmen das flüssige Geld ausgehen würde. Musks Vermögen wird zwar auf 37 Milliarden Dollar geschätzt, allerdings ist fast alles Geld in seinen Firmen investiert. Neben Tesla ist Musk auch Gründer und Chef des Raumfahrtunternehmen SpaceX. Musk hat bisher kaum Aktienanteile abgegeben – teils sogar noch hinzugekauft. Er will die Kontrolle über seine Firmen nicht aus der Hand geben.

Raumfahrer reisen mit wenig Ballast

Vor zwei Jahren meinte er in einem Tweet sogar, dass er Tesla von der Börse nehmen wolle. Der Tweet liess den Aktienkurs steigen – was die Börsenaufsicht auf den Plan rief und letztlich in einem aussergerichtlichen Vergleich endete. Während der Coronakrise schrieb Musk auf Twitter, dass die Tesla-Aktie seiner Auffassung nach «überbewertet» sei, worauf der Kurs kurzzeitig um über 10 Prozent fiel und grosse Teile seines Vermögens vernichtete.

Gemäss Musk geht es beim Verkauf seiner Häuser aber nicht um Geld, sondern um einen neuen minimalistischen Lebensstil. «Ich widme mein Leben dem Mars und der Erde», meint er auf Twitter: «Besitz zieht einen da nur runter.»

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