Der britische Ableger des Medienimperiums von Rupert Murdoch habe bewusst versucht, die verschiedenen Ermittlungsverfahren in der Affäre zu vereiteln, heisst es in einem am Mittwoch in London veröffentlichen Bericht.

Ausserdem stellte der Ausschuss "Versäumnisse" bei Scotland Yard fest. Die ersten Ermittlungen in den Jahren 2005 und 2006 seien "sehr mangelhaft" gewesen. Scotland-Yard-Vize John Yates, der am Montag den Rücktritt eingereicht hatte, habe sich "ernsthafte Fehleinschätzungen" geleistet.

Besonders schwere Vorwürfe erhob der überparteiliche Ausschuss gegen Yates' Vorgänger Andy Hayman, der für die ersten Ermittlung verantwortlich gewesen war.

Der frühere Vizechef von Scotland Yard habe "bewusst" Tatsachen verdunkelt. Hayman hatte nach seinem Abgang bei der Polizei als Kolumnist für das Murdoch-Blatt "The Times" gearbeitet.

Polizisten bezahlt

Die Parlamentarier forderten eine "rasche und sorgfältige Untersuchung" der Vorwürfe, dass Reporter der inzwischen eingestellten "News of the World" Polizisten für Informationen bezahlt hätten.

Ausserdem verlangten sie zusätzliche Mittel für die im Januar wieder aufgenommenen Ermittlungen zum Abhörskandal bei dem Boulevardblatt.

Journalisten der Zeitung hatten nicht nur Prominente abgehört, sondern knackten offenbar auch Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines ermordeten Mädchens.

Das britische Parlament kommt heute zu einer ausserordentlichen Debatte zum Abhörskandal zusammen. Von grösstem Interesse werden dabei die Aussagen von Premier David Cameron sein.