Die Offerte für die 61 Prozent der BSkyB-Aktien, die der Murdoch-Konzern News Corp noch nicht besitzt, werde zurückgezogen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

"Es ist klar geworden, dass es in diesem Klima zu schwierig ist, weiter zu machen", erklärte der stellvertretende Vorsitzende und Präsident der Firma, Chase Carey.

Der britische Premier David Cameron begrüsste den Schritt. Murdochs Unternehmen sollten sich darauf konzentrieren den Schlamassel zu beseitigen und ihr Haus in Ordnung zu bringen, teilte sein Büro mit.

Abstimmung zuvorgekommen

Der Konzern des Medienmoguls kam mit dem Schritt einer von der Opposition initiierten Abstimmung im Unterhaus zuvor, in der festgestellt werden sollte, dass eine Übernahme von BSkyB durch News Corporation (News Corp) nicht im nationalen Interesse sei. Auch Camerons Partei kündigte ihre Unterstützung für den Antrag an.

Am kommenden Dienstag sollen Rupert Murdoch und sein Sohn James, der Vize-Geschäftsführer von News Corp ist, sowie die Leiterin von News International, Rebekah Brooks, vor dem Medienausschuss des Unterhauses Stellung nehmen. Als US-Bürger könnten sich die Murdochs der Befragung allerdings entziehen.

Das "Wall Street Journal" berichtete, dass Murdoch in Reaktion auf die wachsende Kritik an seinem Medienkonzern die vollständige Trennung von seinem britischen Zeitungssegment erwägt. News Corp sondiere das Interesse von möglichen Käufern für seine britische Zeitungsgruppe News International, berichtete die US-Zeitung.

Der geplante Kauf des PayTV-Senders BSkyB durch Murdochs Konzern News Corporation war durch jüngste Enthüllungen in der Abhöraffäre besonders umstritten. Cameron verlangte am Mittwoch juristische Konsequenzen für die Verantwortlichen des Skandals.