Industrie

Montagesystem-Hersteller Mikron reagiert auf schwache Auftragslage

Mikron baut im Tessin 130 Stellen ab (Archiv)

Mikron baut im Tessin 130 Stellen ab (Archiv)

Der Bieler Fertigungs- und Montagesystem-Hersteller Mikron streicht am Standort Agno im Tessin 120 bis 130 von insgesamt 460 Stellen. Der Abbau ist eine Reaktion auf die schwache Auftragslage der vorwiegend auf die Auto-Industrie ausgerichteten Division Machining Technology.

Deren Geschäftsvolumen werde für längere Zeit deutlich unter jenem der vergangenen Jahre liegen, teilte Mikron mit. Insbesondere der Geschäftszweig Neumaschinen dürfte von einer Erholung des wirtschaftlichen Umfelds erst mit Verspätung profitieren. Denn bei den Mikron-Kunden seien für längere Zeit ausreichend Produktionskapazitäten vorhanden.

Der Stellenabbau diene der Sicherung der Produktion in Agno, dem Hauptstandort der betroffenen Machining-Technology-Division, schreibt das Mikron-Management. Das Konsultationsverfahren mit Vertretern der Personalkommission sowie den Gewerkschaften sei bereits angelaufen.

Die Mikron-Gruppe erzielt rund 40 Prozent ihres Umsatzes mit Kunden in der Auto-Industrie. Die Sparte Machining Technology ist auf Fertigungssysteme für kleine bis mittelgrosse Metallteile ausgerichtet. Die zweite Division Assembly Technology ist auf die Montage-Automation spezialisiert.

Mikron leidet massiv unter der gegenwärtigen Wirtschaftskrise. Umsatz und Bestellungseingang brachen in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs dramatisch ein. Die Verkäufe fielen im Vergleich zur Vorjahresperiode um über 40 Prozent, der Bestellungseingang um über die Hälfte.

Mikron hat kürzlich eine Verschlankung der Führungsstruktur angekündigt. Konzernchef Eduard Rikli gibt sein Mandat auf Ende Jahr ab und will sich in den Verwaltungsrat wählen lassen. Die Divisionsleiter rapportieren künftig direkt an der Verwaltungsrat.

Mikron wird zu 70 Prozent von einer Aktionärsgruppe kontrolliert, die aus dem Berner FDP-Nationalrat und Swissmem-Präsident Johann Schneider-Amman, Implenia-Präsident Anton Affentranger und Straumann-Präsident Rudolf Maag besteht.

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