Rühl verfüge als Generalsekretärin des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) über ausgewiesene Führungserfahrung, schrieb economiesuisse in einer Mitteilung. Praktisch alle für die Schweizer Wirtschaft relevanten Dossiers seien ihr vertraut.

Zu den weiteren Vorzügen Rühls zählt economiesuisse ihre gute Vernetzung im Bundesrat und in der Verwaltung. Ausserdem kenne sie die parlamentarischen Prozesse. Der Wirtschaftsverband erhofft sich von der "ausgewiesenen Vermittlerin", dass sie Brücken zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik schlagen kann.

"Der Vorstandsausschuss ist überzeugt, dass wir mit Monika Rühl eine starke Direktorin erhalten, die allen Anforderungen des grössten Wirtschaftsverbands der Schweiz gewachsen ist", liess sich economiesuisse-Präsident Heinz Karrer im Communiqué zitieren.

Erste Frau an der Spitze

Wird Rühl am Freitag zur neuen Direktorin gekürt, ist sie die erste Frau in diesem Amt. Bisher galt der Wirtschaftsverband als stark männlich geprägter Verband: Nur 3 von 69 Vorstandsmitgliedern sind weiblich, in der Geschäftsleitung gibt es gar nur eine Frau.

Jean-Marc Hensch, der ursprünglich für die Position vorgesehen war, teilte Mitte Dezember mit, dass er aus gesundheitlichen Gründen verzichten müsse. Seit dem Rücktritt des früheren Direktors Pascal Gentinetta Mitte Juni amtet Chefökonom Rudolf Minsch interimistisch als Vorsitzender der Geschäftsleitung.